Der Chef der Regionaldirektion, Kay Senius, zeigte sich optimistisch, dass die Arbeitslosenquote in Thüringen in absehbarer Zeit auf unter zehn Prozent fällt. Das liege aber nicht nur an der konjunkturellen Erholung, sondern auch am demografischen Wandel. Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt hatten im April Bauarbeiter, Warenkaufleute, Bürokaufleute, Arbeitnehmer mit Metall- und Elektroberufen sowie Arbeitnehmer im Hotel- und Gastgewerbe. Auch in der Gesundheits- und Pflegebranche wuchs den Angaben zufolge die Kräftenachfrage. Private und öffentliche Arbeitgeber meldeten im April 8700 freie Stellen. Die Hälfte davon waren sozialversicherungspflichtige Jobs im ersten Arbeitsmarkt. Das waren 900 mehr als im März und 1300 mehr als im Vorjahr. Von den sechs kreisfreien Städten erreichte Jena mit 8,3 Prozent eine Quote unter der Zehn-Prozent-Marke, bei den 17 Landkreisen blieben acht unter diesem Wert. Die höchste Quote verzeichnete der Kyffhäuserkreis mit 15,1 Prozent. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) sagte, die positiven Arbeitsmarktdaten seien ein «weiteres Zeichen für einen beginnenden Aufschwung». Die niedrigste April-Arbeitslosigkeit seit 1991 zeige vor allem, dass die Landesregierung die richtigen Maßnahmen ergriffen habe, um die Unternehmen bei der Überwindung der Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise zu unterstützen. Die mittelständische Struktur der Wirtschaft habe sich dabei als ein «wesentlicher Vorteil» erwiesen. Es bedürfe jedoch noch «großer Anstrengungen», um die Folgen der Krise endgültig zu überwinden. Arbeitsminister Matthias Machnig (CDU) sagte, der leichte Aufwärtstrend der vergangenen Wochen und Monate scheine sich zu verstetigen. Allerdings könne noch keine Entwarnung gegeben werden. Die Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung, wie etwa die Folgen der Wirtschaftskrise und die sich anbahnende EU-Finanzkrise, blieben. Deshalb sei weiterhin die Abfederung durch eine aktive Arbeitsmarktpolitik erforderlich. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Wirtschaft Thüringens (VWT), Stephan Fauth, sagte, der Rückgang der Arbeitslosigkeit müsse Ansporn sein, bei den Arbeitsmarktreformen nicht zurückzustecken. «In der Krise hat sich gezeigt, wie sehr Flexibilität gebraucht wird und auch die Möglichkeit, über Kurzarbeit die Jobs zu erhalten», sagte Fauth. Wichtig sei zudem, dass den Unternehmen genügend Kreditmittel zur Verfügung stünden. Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, Gerald Grusser, sagte, die regionale Wirtschaft habe die Rezession »klar hinter sich gelassen«. Etwa ein Drittel des Rückschlags durch die weltweite Finanzkrise habe sie wieder aufgeholt, es werde aber noch einige Zeit dauern, bis das Niveau von 2008 erreicht sei. Der Südthüringer IHK-Chef Ralf Pieterwas sagte, der deutliche Rückgang der Arbeitslosigkeit sei »mehr als die übliche Frühjahrserholung'. Er sei auch ein Zeichen, dass es mit der Wirtschaft wieder aufwärtsgehe. (Quellen: alle in Mitteilungen) ddp/dro/mwa
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