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clock-icon12.03.2018 - 11:05:37 Uhr | ad-hoc-news.de

Ab wann ist ein Ausbruch nachhaltig?

Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne

Innerhalb seiner Seitwärtsbewegung (gelbes Rechteck im folgenden Chart) hat der DAX am Freitag kurzfristig eine wichtige Hürde bei 12.275 Punkten überwunden (rote Widerstandslinie, grüner Kreis). Wirklich Profit konnten die Bullen daraus aber nicht schlagen, da es keine starken Anschlusskäufe gab.


Im Gegenteil, die Kurse fielen schnell wieder auf das Ausbruchsniveau zurück, womit der bullishe Ausbruch nicht nachhaltig war und mit entsprechender Vorsicht zu genießen ist. Da es während Seitwärtsbewegungen oft zu Fehlsignalen kommt, passt dieses Kursverhalten aber insgesamt zu der übergeordneten Seitwärtsrange. Wann ist ein Ausbruch nachhaltig? An dieser Stelle möchte ich dazu auf eine Leser-Mail eingehen, die thematisch gerade sehr gut passt.


In dieser fragt der Leser, wann man bei einem Ausbruch von „Nachhaltigkeit“ sprechen kann: „Gibt es dafür einen genauen Kurs oder eher einen Kursbereich (wahrscheinlich). In welchem Bereich läge dieser und kann er in eine prozentuale Angabe gefasst werden?“, lauten seine konkreten Fragen. Und tatsächlich ist der Begriff „nachhaltig“ relativ dehnbar.


Deshalb muss meistens der Kontext beachtet werden, indem er verwendet wird, um die genaue Bedeutung zu verstehen. Er hängt dabei vom jeweils vorangegangenen Kursverhalten ab, womit die Nachhaltigkeit eines Ausbruchs bei jeder Analyse individuell zu bestimmen ist. Um es etwas konkreter zu machen, gebe ich ein Beispiel.


Dafür werfen wir einen Blick auf die Börse-Intern vom 2. Februar, in der folgender Chart zu sehen war. Damals schrieb ich : „…der DAX erreichte heute die Unterkante des seit Mitte 2016 gültigen Aufwärtstrendkanals (grüner Pfeil, …). Zwar wurde die Linie im Rahmen der Kursdynamik heute bereits leicht unterschritten, doch anschließend zeitweise wieder zurückerobert.


Aktuell kämpfen Bullen und Bären um diese Linie. Nachhaltig gebrochen ist sie noch nicht.“ Dazu schrieb ich dem Leser folgendes: Anderer Analyst, andere Argumente Leider existiert keine einheitliche Meinung oder Definition zur Nachhaltigkeit eines Ausbruchs. Es wird Analysten geben, die bei diesem Ausbruch sagen würden, dass sich der Schlusskurs unterhalb der Trendlinie befand und der Bruch der Linie damit bereits nachhaltig war.


Andere werden entgegnen, dass die gesamte Tageskerze noch auf der Trendlinie liegt. Erst wenn sich die nächste Tageskerze vollständig unterhalb dieser Linie befindet und diese Kerze zudem bearish ist, könnte man von einem nachhaltigen Ausbruch sprechen. - Und hier wird nur auf die Tageskerzen abgezielt.


Man könnte auch noch die Kerzen der kleineren oder größeren Zeiteinheiten dazunehmen und auch die entsprechenden Argumente auflisten. Wiederum andere Analysten könnten ins Feld führen, dass sogar erst ein aus Sicht der Bären erfolgreicher Test dieser Linie zur Nachhaltigkeit des Bruchs führt.


Von einem „erfolgreichen Test“ würde man in diesem Fall sprechen, wenn die Aufwärtstrendkanallinie von unten angelaufen wird, ein Überwinden aber scheitert und es stattdessen wieder ein neues Korrekturtief gibt. Der Begriff „nachhaltig“ ist, wie Sie sehen, sehr verschieden definiert. Der DAX-Chart vom Freitag Werfen wir nun einen Blick auf den DAX-Chart von Freitag und schauen uns an, wie der Kurs nach dem Bruch der Aufwärtstrendkanallinie weiter verlief: Man sieht, dass es am Folgetag weitere Kursverluste und eine vollständige Tageskerze unterhalb der Linie (roter Pfeil) gab.


Zudem notierte der Startkurs des neuen Tages auch noch unter der Kerze des Vortages. Das ist ein klarer Beleg für einen nachhaltigen Bruch. Ein Retest der Aufwärtstrendlinie gab es bislang nicht, da der Kurs sehr dynamisch weiter fiel. Ist die aktuelle Bewegung im DAX nachhaltig? Im ersten DAX-Chart der heutigen Ausgabe (oben) sind Stundenkerzen abgebildet.


Hier existieren ebenfalls vollständige Kerzen oberhalb des Ausbruchsniveaus (rote Widerstandslinie). Jedoch folgte in diesem Fall ein Retest des Ausbruchsniveaus (von oben). Deshalb gilt dieses Chartbild noch nicht als nachhaltiger Ausbruch. Dazu müsste der Test aus Sicht der Bullen erfolgreich sein und in neues Trendhoch markiert werden. Und tatsächlich drehte der DAX an der horizontalen Linie wieder nach oben und markierte ein neues Trendhoch. Nichtsdestotrotz stecken wir noch in einer übergeordneten Seitwärtsbewegung (gelbes Rechteck).


Weshalb es, wie oben bereits beschrieben, oftmals zu Fehlsignalen kommt. Von einem bullishen Ausbruch der auch nachhaltig ist, kann erst dann die Rede sein, wenn der DAX die Seitwärtsrange nach oben auflöst. Die Folgekerzen zeigen den Weg Aber wann wird ein Ausbruch nun nachhaltig? Dafür muss man die Umstände beachten und eine Vielzahl von Umgebungsvariablen in die Überlegungen mit einzubeziehen.


Zumal es sich bei dem Begriff Nachhaltig immer nur um einen Zustand zum aktuellen Zeitpunkt handelt. Davon abgesehen, lässt sich aus unserer Sicht festhalten, dass ein Ausbruch nachhaltig ist, wenn ein Schlusskurs oberhalb einer Widerstands- oder unterhalb einer Unterstützungslinie liegt.


Mit einer etwas defensiveren Einstellung wartet man auch noch die Folgekerzen ab. Sollte mit ihnen der Trend in Ausbruchsrichtung klar und möglichst dynamisch weitergehen - wie im Fall des Trendbruchs von Anfang Februar – befindet man sich auf der sicheren Seite (soweit man in der Charttechnik von "sicherer Seite" sprechen kann). Folgt im Anschluss noch ein Rücksetzer auf das Ausbruchsniveau und im dem Zuge auch ein Retest, gilt der Ausbruch als nachhaltig, wenn der Kurs anschließend wieder dynamisch in die Ausbruchsrichtung dreht - wie am Freitag im Stundenchart des DAX zu sehen war. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage Ihr Sven Weisenhaus  (Quelle: www.stockstreet.de)

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