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clock-icon21.08.2018 - 10:53:39 Uhr | ad-hoc-news.de

Wie geht es nach dem Verfallstag weiter im DAX?

Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne

Sehr verehrte Leserinnen und Leser, diese Woche wird wahrscheinlich nur wenig von fundamentalen Einflüssen geprägt sein. So wurden alle wichtigen Konjunkturdaten bereits veröffentlicht und auch die Berichtssaison ist vorüber. Die einzige Ausnahme ist das alljährliche Notenbankertreffen in Jackson Hole am Freitag, bei dem Fed-Präsident Powell eine Rede hält.


Diese hat das zumindest theoretische Potenzial die Märkte zu bewegen. So sieht es im DAX aus Und so dürfte es vor allem die Charttechnik sein, die den DAX nach dem Verfallstag antreibt. Schauen wir uns aber zunächst das übergeordnete Bild an: Der DAX befindet sich weiterhin seit dem Hoch im Januar in einem übergeordneten Abwärtstrend (rot schattiert).


Dabei bewegte sich die starke Gegenbewegung, die Anfang März startete, dynamisch und idealtypisch von unten nach oben durch diesen Trend (siehe grüner Pfeil). Dies war nach der aktuellen Elliott-Wellenzählung die Welle 1 im voraussichtlich letzten Aufwärtswellenzyklus des laufenden Bullenmarkts (siehe Börse-Intern vom 31.07.2018). Drei Gründe für die kritische Phase im DAX Aus übergeordneter Sicht ergeben sich daraus drei kritische Punkte: Zum einen ist das Fortbestehen der Welle 2 ein deutliches Schwächesignal im DAX.


Zum anderen erhöht sich dadurch die Gefahr eines Abrutschens des Kurses in Richtung der grünen Zone bei 11.800 Punkten. Dies ist inzwischen die neuralgische Marke der großen Top-Formation, die im DAX immer noch droht (siehe Börse-Intern vom 06.08.2018). Und zum Schluss sieht es danach aus, als würde sich der übergeordnete rote Abwärtstrend sogar noch beschleunigen (siehe rot gestrichelte Linien).


Da die Welle D noch vor der Oberkante des roten Trends endete, wurde dieses Szenario erst möglich. Der DAX wird natürlich durch diese übergeordneten bearishen Signale auch kurzfristig belastet.  Nicht zu vergessen, dass unser negatives Verfallstagsszenario in der Vorwoche Wirklichkeit wurde.


Denn der Kurs rutschte am Mittwoch ein weiteres Mal dynamisch ab, nachdem er schon am Freitag zuvor unter die alte Unterstützungszone bei 12.600 Punkten (blau) fiel (siehe rote Pfeile im folgenden Chart). Das Verfallstagsszenario hat sich erfüllt Dabei dürfte der Rückfall vom Mittwoch mit den angekündigten Absicherungsmaßnahmen der Stillhalter einhergegangen sein und sorgte so für einen besonders starken Kursverlust.


Dafür gab es aber keinen Rückgang bis 12.000 Punkte und so auch kein neues Verlaufstief. Stattdessen schaffte es der DAX die (gelbe) Unterstützungszone der Tiefs vom Juni verteidigen (siehe grüner Pfeil). Im Anschluss daran schafften es die Bullen jedoch nicht mehr Stärke zu demonstrieren und so blieb er bis zum Verfallstermin auf diesem Niveau.


Die Stillhalter hatten sich also vermutlich zu diesem Zeitpunkt tatsächlich abgesichert und den Markt sich selbst überlassen. Nachdem die „Verfallstagsbremsen“ dann gestern verschwanden, kam es auch wieder zu einer Gegenbewegung. Diese endete jedoch erst einmal wieder relativ schnell.


Die blaue Zone bei 12.600  Punkten dürfte dabei in Zukunft keine große Rolle mehr spielen. Denn nach den vielen Überquerungen in den vergangenen Wochen hat sie viel von ihrer Relevanz verloren. Dafür gibt es nun eine neue Widerstandszone um 12.500 Punkte (rot), die zumindest kurzfristig eine Wirkung entfalten sollte.


Dazu kommt, dass hier eine kurzfristige Abwärtslinie (rot) als zusätzlicher Widerstand in den kommenden Tagen verläuft. Zudem ist noch nicht klar, ob die Bodenbildung im Bereich der gelben Zone bei 12.100 Punkten beendet ist. Der DAX könnte durchaus nach dem Abprallen an der roten Zone bzw.


roten Linie wieder in diesen Kursbereich zurückfallen. Die nahezu perfekte Einstiegsgelegenheit Die Chancen würden dann nicht schlecht stehen, dass damit die Korrekturwelle seit Mai vorüber ist. In der folgenden Aufwärtswelle dürfte der DAX dann den roten Abwärtstrend nach oben auflösen können.


Für kurz- bis mittelfristige Trader bietet sich also mit dem nächsten Rücksetzer eine nahezu perfekte Einstiegsgelegenheit in den DAX. Dies trifft auch auf das Chance-Risiko-Verhältnis zu. Hier kann der Stopp gut unterhalb der 12.000-Punkte-Marke gesetzt werden, falls die große Kurslücke (Gap) von Anfang April (grau) noch komplett geschlossen wird. Die Lücke darf nicht geschlossen werden Ein „Gap-Schluss“ würde übrigens wieder ein Warn- und Schwächesignal im DAX bedeuten.


Denn die graue Kurslücke gilt als sogenannte Ausbruchskurslücke. Durch sie wird ein neuer Aufwärtstrend eingeleitet. Deshalb sollte sie nicht geschlossen werden, solange dieser andauert. Dementsprechend würde ein Schließen dieser Lücke, das Ende des Aufwärtstrends bedeuten. Damit haben Sie nun einen „Fahrplan“ für Ihr Trading in den kommenden Tagen.


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