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Größte Molkerei rechnet mit sinkenden Butterpreisen.
clock-icon06.01.2018 - 00:01:45 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Butter wird in den kommenden Wochen wohl wieder deutlich billiger für die Verbraucher in Deutschland

Bild: Butter in einem Supermarkt, über dts Nachrichtenagentur Bild: Butter in einem Supermarkt, über dts Nachrichtenagentur

Das prognostiziert Ingo Müller, Geschäftsführer des Deutschen Milchkontors (DMK), der mit Abstand größten Molkerei in Deutschland. "Auf dem Spotmarkt ist der Kilopreis für Butter zuletzt massiv unter Druck geraten und um mehrere Euro gesunken. Mit etwas Verzögerung wird das auch im Kühlregal von Supermärkten und Discountern und damit beim Verbraucher ankommen", sagte Müller der "Welt" (Samstagausgabe).


"Der Zeitpunkt hängt an den Vertragslaufzeiten, die Handel und Industrie vereinbart haben." Den Milchbauern sagt der Konzernchef daher erneut schwere Zeiten voraus. "Der Markt bricht derzeit wieder ein. Wir befinden uns mitten in einem Abschwung." Die ersten Molkereien haben bereits die Auszahlungspreise gesenkt, darunter auch das DMK: Die Bremer zahlen im Januar nur noch 35 Cent pro Kilogramm statt wie zuletzt von Oktober bis Dezember 40 Cent.


"Das ist der übliche Teufelskreis: Die Bauern bekommen mehr Geld für ihre Milch, also erhöhen sie die Produktion. Mit steigenden Mengen aber geraten die Preise unter Druck. Das ist Marktwirtschaft. Gleichzeitig erschwert der zunehmend starke Euro den Export", erklärte Müller. Sein Unternehmen kämpft derzeit mit Kündigungen von Milchlieferanten, weil das DMK in den vergangenen beiden Jahren für die Rohware oft deutlich weniger bezahlt hat als den Marktdurchschnitt.


Zum Jahreswechsel hat das DMK daher rund 450 Millionen Kilogramm Milch verloren, was beim Branchenführer ungefähr sechs Prozent der bisherigen Verarbeitungsmenge ausmacht. Zum 1. Januar 2019 stehen dann nochmal Lieferungen mit einem Volumen in dreistelliger Millionenhöhe in Kündigung, wie Müller zugab Müller hat das DMK, das 2010 aus der Fusion der Molkereiriesen Humana und Nordmilch entstanden ist, zuletzt umstrukturiert.


"Wir sind durch eine Vielzahl von Übernahmen und Fusionen sehr schnell sehr groß geworden. Und bis zuletzt haben wir es nicht geschafft, die Strukturen entsprechend anzupassen und damit sowohl in der Verwaltung als auch in der Produktion die Kosten zu senken. Denn die Integration und Verzahnung verschiedener Kulturen ist nicht so verlaufen, wie es hätte sein sollen", gab der Manager zu.


Zudem produziere und handele DMK zu viel Standardware wie Milchpulver, Käse oder klassischen Joghurt anstatt in Marken zu investieren. Müller zeigte sich daher offen für Übernahmen. "Fakt ist, dass wir mit Milram und Humana starke Marken und damit auch eine gute Basis haben. Wobei das natürlich nicht heißt, dass nicht noch weitere Marken Platz hätten in unserem Portfolio." Dabei geht es Müller zufolge aber allein um eine Übernahme.


"Fusionen wird es auf absehbare Zeit nicht geben", sagte der Konzernchef, schließlich habe sein Unternehmen noch heute mit den Nachwirkungen des Zusammenschlusses vor sieben Jahren zu kämpfen. Zurückziehen will sich die DMK Group dagegen aus etlichen Auslandsmärkten. "Im Ausland werden wir uns fokussieren und die Zahl der Märkte, in denen wir tätig sind, von aktuell gut 100 auf vielleicht noch 30 reduzieren", sagte Müller.


Der künftige Fokus liege auf Europa, Russland, der Mena-Region sowie Asien und dort insbesondere Südostasien. "Dabei können wir uns auch gut vorstellen, mit Partnern in neue Strukturen zu investieren." Bei den Verbrauchern sieht Müller ein steigendes Interesse an gentechnikfreier Milch. Das DMK habe deswegen zuletzt eine eigene Produktionsstraße dafür aufgebaut.


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