Kontakt
RSS
Impressum
Über uns
aktualisieren
Grundsteuerreform: Experten rechnen mit Aufschlägen für Top-Lagen.
clock-icon15.04.2018 - 00:07:01 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Bei der bevorstehenden Reform der Grundsteuer sollten Eigenheimbesitzer und Mieter nicht unbedingt mit einer Entlastung rechnen

Bild: Klingel an einer Wohnung, über dts Nachrichtenagentur Bild: Klingel an einer Wohnung, über dts Nachrichtenagentur

Stattdessen erwarten die Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), dass es für etliche Steuerzahler teurer werden dürfte. "Egal, welches Modell kommt - es wird bei einigen Bürgern zu höherer Belastung, bei anderen zu einer Entlastung führen", sagte IW-Wohnungsmarktexperte Ralph Henger der "Welt am Sonntag".


Denn auf irgendeine Art und Weise müsse der Gesetzgeber nun die Vorgabe aus Karlsruhe umsetzen und dabei die Wertentwicklung von Immobilien bei der Besteuerung berücksichtigen. In der vergangenen Woche hatte das Bundesverfassungsgericht die Bundesregierung dazu verpflichtet, das Gesetz zu überarbeiten.


Hintergrund ist, dass die Einheitswerte, die der Berechnung der Grundsteuer zugrunde liegen, seit Jahrzehnten nicht mehr neu festgesetzt worden sind. Die Richter bemängelten, dass dies gegen das Gleichheitsprinzip verstoße. Die Bundesregierung muss nun bis Ende nächsten Jahres ein neues Gesetz schreiben, mit Übergangsfrist bis 2024.


Das Kölner Institut favorisiert dabei für das künftige Modell ebenso wie der Mieterbund und viele Bürgermeister eine einfache Bodenwertsteuer. Der Vorteil: Die Bodenrichtwerte werden regelmäßig von den Gutachterausschüssen vor Ort ermittelt und liegen schon vor. "Und eine Besteuerung wäre sachgemäß, denn der Bodenwert ist höher, je zentraler ein Grundstück liegt und je höher die Geschossflächenzahl ist.


Im Bodenrichtwert ist also auch die wirtschaftliche Verwertbarkeit enthalten", sagt Henger. Für Hausbesitzer in guten Lagen und teuren Städten dürfte das zum Teil kräftige Aufschläge bedeuten, weil ihre Grundstücke meistens im Wert gestiegen sind. "Diese Wirkung ist meines Erachtens auch richtig", so der IW-Experte.


Wer viel Fläche in zentraler Lage verbrauche, könne auch etwas stärker zur Kasse gebeten werden. Ähnlich beurteilte das auch Stefan Bach, Steuerexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW): "Die Simulationen zeigen: Die Bewohner in teuren Lagen mit Einfamilienhäusern werden tendenziell stärker belastet.


Aber auch Geschosswohnungen in attraktiven Innenstadtlagen könnten über die hohen Bodenpreise belastet werden, wenn sie nicht so intensiv genutzt werden." Anders sehe es in Lagen mit günstigem, verdichtetem Mietwohnungsbau aus, wie beispielsweise dem Märkischen Viertel in Berlin mit seinen rund 17.000 Wohnungen.


Dort könnten die Mieter einigermaßen beruhigt sein. Für Eigentümer auf dem Land geben die Experten ebenfalls Entwarnung. "Dort sind die Unterschiede in der Bebauung und der Wertentwicklung nicht so groß wie in urbanen Regionen", sagt IW-Ökonom Henger. Das klassische Einfamilienhaus in der Kleinstadt werde daher wohl nicht deutlich stärker belastet.dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

Das könnte Sie auch interessieren:

In der Bundesliga ist jetzt alles anders Die aktuelle Totalreform ist nicht die erste - seit 1911 suchen Experten das ideale System, um Fußball zu spielen


Die Quartalszahlen von Alcoa wurden nicht gut aufgenommen, dabei lagen Umsatz und Gewinn doch über den Erwartungen


Bonn - Die US-Wirtschaft hat im zweiten Quartal allen Indikationen zufolge deutlich Fahrt aufgenommen, so die Analysten von Postbank Research Offensichtlich habe sich das Wachstum des privaten Verbrauchs nach einem schwächeren ersten Quartal kräftig beschleunigt


Schwarzach am Main - Bechtle-Aktie: Bechtle macht von sich reden - Aktienanalyse Im TecDAX machte zuletzt Bechtle (ISIN: DE0005158703, WKN: 515870, Ticker-Symbol: BC8) von sich reden: Das IT-Systemhaus hat seine Position in Frankreich mit einem Zukauf gestärkt, so die Experten vom "ZertifikateJournal" in einer aktuellen Veröffentlichung


62 heimische Weingüter stellen ihre Top-Rieden in die Auslage


Bei Familie Ranft lagen die Nerven blank: Es floss kein Wasser mehr ab, stattdessen kam Abwasser aus den Abflüssen


Die Berliner Wirtschaft ist weiterhin auf Wachstumskurs Was noch fehlt, ist ein Masterplan für die Zukunft, meint Andreas Abel


Sirin Labs produziert einen Android-basierten Handy- und Desktop-Computer, der die dezentrale Blockkette und die Bedeutung von Krypto-Währungen als monetäres Werkzeug in der digitalen Wirtschaft vollumfänglich berücksichtigt


Der Erwerb von acht Immobilien für gesamthaft rund CHF 123 Millionen bringt den Helvetica Swiss Commercial der geplanten Kotierung Mitte 2019 näher


Brandbrief der Wissenschaftscommunity: Trotz Budgetsteigerung warnen Experten die Regierung, dass andere Länder uns abhängen