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Börsen-Zeitung: Trump mischt die Märkte auf, ein Marktkommentar von Dieter Kuckelkorn. Aktuell bedeutet dies, dass die erratische Politik von US-Präsident Donald Trump kaum bleibenden Eindruck an den Aktienmärkten macht. So hat etwa die Aussicht auf einen Handelskrieg mit China nicht ...
clock-icon20.04.2018 - 22:41:31 Uhr | presseportal.de

Frankfurt - Politische Börsen, so sagt man, haben kurze Beine


Frankfurt - Politische Börsen, so sagt man, haben kurze Beine. Aktuell bedeutet dies, dass die erratische Politik von US-Präsident Donald Trump kaum bleibenden Eindruck an den Aktienmärkten macht.So hat etwa die Aussicht auf einen Handelskrieg mit China nicht zu starken Verlusten am Aktienmarkt geführt, obwohl es zeitweise so aussah, als würde Trump ohne Rücksicht auf Verluste im Tagesrhythmus neue Strafzölle verhängen.


Am Markt hat man darauf gesetzt, dass die Lage nicht eskaliert, was vor allem wegen der besonderen Reaktion Pekings, aber auch wegen der Intervention rationaler agierender Kräfte innerhalb der US-Regierung dann ja auch eingetreten ist.Es gibt aber ein Segment, in dem die Politik der US-Regierung deutlich die Preise bewegt, wobei zu erwarten ist, dass dies in den kommenden Wochen und Monaten auch so bleiben wird: Im Rohstoffsektor hat es einige sehr markante Preisbewegungen gegeben, etwa bei Rohöl, Aluminium und nun auch Nickel, bei denen die US-Politik eine große Rolle spielt.Was den Ölpreis betrifft, so hat Trump jetzt das Kartell Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) per Twitter verbal unter Feuer genommen.


Er wirft der Organisation vor, den Ölpreis künstlich hoch zu halten, und droht mit Konsequenzen. Trump hat freilich übersehen, dass dafür vor allem der enge US-Verbündete Saudi-Arabien verantwortlich ist, in dem Bestreben, für den Börsengang der staatlichen Ölgesellschaft Aramco eine ansprechende Bewertung herbeizuführen.


Die Saudis sorgen momentan dafür, dass die Opec-Produktion um rund 500.000 Barrel pro Tag (bpd) unterhalb der Nachfrage nach Opec-Öl bleibt.Hinter dem Ölpreisanstieg auf fast 75 Dollar für das Barrel Brent steht aber noch etwas anderes: die Aussicht auf eine deutliche Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran.


Am 12. Mai muss Trump nämlich entscheiden, ob er aus dem Atomabkommen mit dem Iran aussteigt. Die daraus resultierenden Sanktionen würden dem Weltmarkt mehrere 100.000 Barrel pro Tag an iranischem Öl entziehen - und zwar in einer Situation, in der das Angebot bereits relativ knapp ist. Das dürfte bereits deutlich auf den Ölpreis durchschlagen.Es gibt aber noch die Gefahr, dass dadurch eine Eskalation des Konflikts ausgelöst wird, die den Falken in der US-Regierung wie dem neuen Sicherheitsberater John Bolton durchaus recht wäre.


Höhepunkt könnte ein Militärschlag gegen den Iran sein, für den Bolton häufig plädiert hat. Dieser könnte, wenn er umfassend ausfällt, die iranische Ölinfrastruktur stark beeinträchtigen und zu einer militärischen Reaktion des Iran führen. Diese könnte im Extremfall im Versuch der Sperrung der Straße von Hormus bestehen.


Bereits der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen dürfte zu einem Anstieg des Ölpreises um 10 Dollar je Barrel führen. Ein neuer Krieg am Persischen Golf würde den Ölpreis über die Marke von 100 Dollar treiben.Auf den Märkten für Industriemetalle haben die amerikanischen Sanktionen gegen Russland, die derzeit fast im Wochenabstand verschärft werden, deutliche Spuren hinterlassen.


So haben die Sanktionen gegen den zweitgrößten Aluminiumproduzenten der Welt Rusal den Preis des Metalls auf den höchsten Stand seit sieben Jahren getrieben. Die Maßnahmen dürften nicht nur darauf zielen, Russland wirtschaftlich zu schädigen, sondern auch darauf, dem US-Wettbewerber Alcoa Vorteile zu bringen.


Alcoa geht jedenfalls davon aus, dass die für den US-Konzern vorteilhafte Lage länger anhält und hat die Ergebnisprognose für das laufende Jahr angehoben. Alcoa rechnet für 2018 mit einer Unterversorgung des globalen Aluminiummarktes um 1 Mill. Tonnen, wobei allerdings auch umweltrechtliche Probleme der weltgrößten Aluminiumschmelze in Brasilien eine Rolle spielen.


Bislang war man von einem Defizit von 700.000 Tonnen ausgegangen.Aktuell hat es nun auch noch den Markt für Nickel getroffen. Am Mittwoch verzeichnete der Nickelpreis einen Sprung von in der Spitze 12 Prozent auf ein Dreijahreshoch. Erwartet wird nämlich, dass das Weiße Haus in Kürze Sanktionen gegen die russische Norilsk Nickel verhängt, die der weltweit zweitgrößte Produzent des Metalls ist, das für Stahl und Batterien und auch für Elektroautos unerlässlich ist.Ein Ende der vom Weißen Haus befeuerten Spannungen ist derzeit nicht absehbar.


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