Kontakt
RSS
Impressum
Über uns
aktualisieren
Politik und Datenschützer nehmen Adresshandel ins Visier.
clock-icon16.04.2018 - 13:52:25 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Politiker und Datenschützer haben Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Datenhandels einer Post-Tochterfirma

Bild: Postbotin, über dts Nachrichtenagentur Bild: Postbotin, über dts Nachrichtenagentur

Das berichtet das "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe). Entscheidend für den Datenschutz sei, ob die mithilfe spezieller Algorithmen aufgearbeiteten, kostenpflichtigen Datenpakete zu Wahlkampfzwecken von Parteien auf eine einzelne Person rückführbar sind. "Beim Zusammenführen von Adressdaten mit anderen Informationen handelt es sich ohne Zweifel auch um personenbezogene Daten und diese unterfallen dem Datenschutz", sagte der innen- und justizpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament, Jan Philipp Albrecht, der Zeitung.


Zwar sei Datennutzung für das Direktmarketing zugelassen. "Allerdings umfasst dies nicht umfassende Informationen zu den angeschriebenen Personen", gab Albrecht zu bedenken. "Sobald diese verknüpft werden, ist die gesamte Datenverarbeitung kein Direktmarketing mehr, sondern ein individuelles Profiling, das der Zustimmung der Betroffenen bedarf." Die Aufsichtsbehörden müssten daher die "Grenze zwischen anonymisierten aggregierten Statistiken und individualisierten Profilen genau überprüfen".


Bei der Nutzung anonymisierter Gruppenanalysen sollte die Politik außerdem, "auch abseits des Datenschutzes über die Grenzen ihres Einsatzes diskutieren". Schon jetzt werde offenbar, dass durch die Digitalisierung aller Lebensbereiche Diskriminierung und Manipulation für viele Menschen zum Alltag werde.


Die nordrhein-westfälische Datenschutzbeauftragte Helga Block prüft derzeit, ob der Adresshandel der Post-Tochter im Einklang mit dem Bundesdatenschutzgesetz steht. Sie wies auf die Risiken solcher Dienstleistungen hin. "Unternehmen, die aus dem Handel mit anonymen Daten ein Geschäftsmodell machen, müssen wissen, dass Anonymität in Zeiten von Big Data leicht zur Illusion werden kann", sagte Block der Zeitung.


"Die Anonymität des Einzelnen ist durch immer leistungsfähigere Rechner und durch den immer einfacher werdenden Zugriff auf Informationen schnell aufgehoben." Die Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Marit Hansen, glaubt, dass in diesem Bereich "gesetzgeberisch nachgeschärft" werden muss.


"Zum Schutz vor Manipulation sollten nur solche Systeme zum Einsatz kommen dürfen, die von unabhängigen Instanzen geprüft wurden, also eine Art Check von Algorithmen und Datensammlungen", sagte Hansen dem "Handelsblatt". Daneben hält sie eine gesetzliche Transparenzpflicht für geboten. "Gegenüber allen Interessierten und in jedem Fall gegenüber den Datenschutzaufsichtsbehörden oder Verbraucherschützern ist offenzulegen, wie bestimmte Nachrichten oder die Reihenfolge von Informationen zustande kommen, auf welcher Basis Hausbesuche erfolgen und ob und welche Algorithmen oder Datensammlungen dafür verwendet werden", sagte die Expertin.dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

Das könnte Sie auch interessieren:

Der führende Anbieter für digitale Anwendungen und Low-Code Plattform-Lösungen, Kony Inc , gab heute bekannt, in der Ovum Decision Matrix als „Vorreiter“ für: Die Auswahl einer mobilen Plattform für die Anwendungsentwicklung (MADP) für Unternehmen, Bericht 2018-19, genannt worden zu sein


Auf dem Advanced Process Modelling (APM) Forum 2018 machten Unternehmen der Prozessindustrie in dieser Woche Präsentationen zu digitalem Design und digitalen Betriebsanwendungen - von der beschleunigten Entwicklung der nächsten Generation von Pharmaka bis hin zur Erwirtschaftung von Millionen Dollar pro Jahr an Gewinnsteigerungen für große Prozessanlagen


Alibaba (WKN:850471) ist ein gigantsches Unternehmen geworden


Hamburg - Das Insektensterben ist in der Politik angekommen! "Schmetterlinge, Wildbienen & Co


Drohnen werden eine grosse Zukunft vorausgesagt, und chinesische Unternehmen wie DJI Technology sind Branchenführer  Das US-Militär nimmt die Chinesen denn auch kritisch unter die Lupe


„Zurückfahren der Emotionen“ will Minister Blümel Das betrifft freilich viele Bereiche, auch die Politik


Trockenlegen wollte Donald Trump den Sumpf der Verschwendung und Korruption in der Politik


Thyssenkrupp, ein Unternehmen aus dem Markt “Stahl”, notiert aktuell (Stand 02:00 Uhr) mit 22,34 EUR nahezu unverändert (-0 09 Prozent), die Heimatbörse des Unternehmens ist Xetra In einem komplexen Analyseprozess haben Analysten unseres Hauses Thyssenkrupp auf Basis von insgesamt 7 Bewertungskriterien eingeschätzt


Zwilling, ein Unternehmen der Neusser Werhahn-Gruppe, eröffnet in Shanghai seine weltweit einzigartige kulinarische Erlebniswelt


Beim Festakt zum Göbel-Geburtstag erfuhren die Besucher von Historiker Hans-Christian Rohde interessante Details über den vermeintlichen Erfinder der Glühlampe, der jahrelang um ihre Patentrechte stritt und immer wieder von der Politik instrumentalisiert wurde