Frank-Walter Steinmeier hob anlässlich einer Gedenkstunde im Deutschen Bundestag die Bedeutung der Erinnerung an die Shoah hervor.

Laut Steinmeier sei es an uns, standzuhalten. Es sei ebenfalls unsere Aufgabe, die Erinnerung und Verantwortung, die aus der Erinnerung erwachse, gegen jede Versuchung zu verteidigen. Das sagte der Bundespräsident am Mittwoch im Plenum.

Der Holocaust sei ein wichtiger Teil der deutschen Geschichte und Identität. Für das zukünftige Erinnern müssten für die Gedenkkultur neue Ansätze zum Erinnern entwickelt werden, so die Auffassung Frank-Walter Steinmeiers. Besonders für die jüngere Generation bedürfe es neuer Formen des Erinnerns und Gedenkens. Schließlich müsse ihnen klar sein, was die Vergangenheit mit ihrem heutigen Leben und Wirken zu tun habe. Dafür müssen laut Steinmeier neue Formen des Gedenkens gefunden werden. Ein besonderer Dank in seiner Rede galt außerdem dem ebenfalls anwesenden israelischen Präsidenten Reuven Rivlin. Dass gerade ein Präsident aus Israel die quälenden Erinnerungen an diese Zeit gemeinsam mit einem Deutschen durchlebe, dass ein Präsident aus Israel an diesem Tag zu diesem Anlass spreche, erfülle ihn mit tiefster Demut. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier deutete Rivlins Präsenz als ein „Zeichen der Verbundenheit“ zwischen Israel und Deutschland. Dieses Zeichen verstehe er gleichzeitig auch als Verpflichtung. Deutschland werde nicht vergessen. Und Deutschland stehe an der Seite Israels. Reuven Rivlin äußerte sich selbst auch im Rahmen der Gedenkstunde. Er plädierte dafür, einen neuen Start in den Beziehungen zwischen Deutschland und Israel zu wagen. Statt in der Vergangenheit zu verharren, so Rivlin, müsse der Blick nun in die Zukunft gerichtet und zusammen auf der Grundlage gemeinsamer Werte und Interessen gehandelt werden. Nationalismus oder Rassismus dürfte sich in keinem Fall aus der Vergangenheit wiederholen. Aus diesem Grund nahmen Steinmeier und Rivlin zusammen an den Gedenkfeiern in Yad Vashem und Auschwitz teil.

Redaktion poppress.de, TextER