Die deutsche Bundesregierung veranschlagt für die demnächst anstehende Phase der Planungen des deutsch-französischen Mehrzweckkampffliegers FCAS knapp 78 Millionen Euro.

Für das Kampfflugzeug FCAS („Future Combat Air System“) sollen im Jahr 2020 die ersten Technologiearbeiten beginnen. Das geht aus einem Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen an den Haushaltsausschuss des deutschen Bundestages hervor, über welches die im Redaktionsnetzwerk Deutschland zusammengeschlossenen Zeitungen in ihren Ausgaben vom heutigen Mittwoch (04.02.2020) berichten. Laut Finanzministerium beläuft sich der deutsche Anteil am Gemeinschaftsprojekt auf etwa 77,5 Millionen Euro (inklusive Umsatzsteuer). 50 Millionen Euro will Deutschland im Jahr 2020 zahlen, den Rest im kommenden Jahr.

Der französische Partner werden einen ebenso hohen Anteil übernehmen, heißt es im Schreiben des BMF. Das Projekt gilt als bedeutsam für die europäische Verteidigung: Der FCAS soll spätestens ab 2040 die bislang eingesetzten Kampfflugzeuge Eurofighter und Tornado ersetzen können. Das Finanzministerium verweist darauf, dass dieses Vorhaben über das Potenzial verfüge, mittelfristig das größte und bedeutendste europäische Rüstungsprojekt im Rahmen der Entwicklung des europäischen Kampfflugzeugsystems zu sein. Die Experten des BMF berufen sich ausdrücklich auf Informationen ihrer Kollegen aus dem Verteidigungsministerium. Diese hätten darauf verwiesen, dass der FCAS zwei wichtige Rollen erfülle: Einerseits sichere er den Erhalt von relevanten militärischen Kernfähigkeiten der europäischen Armeen. Andererseits belege er, wie europäische Staaten ihren gegenseitigen Bündnisverpflichtungen nachkämen. Das habe eine enorme politische Strahlkraft. Die erste Planungsphase soll nun dazu dienen, die Bewaffnung und technische Daten des neuen Kampfflugzeugs zu definieren. Das werde laut Planung in den nächsten 18 Monaten geschehen. Das Projekt könnte danach noch eingestellt werden, wenn sich die Realisierung als zu schwierig erweist. Damit hätten die gegenwärtigen Aktivitäten der Planung eher einen vorläufigen Charakter, so das BMF. Sie seien kein Präjudiz für die tatsächliche Realisierung. Wenn man aber die Flugzeugplanung danach weiter verfolgen werde, sei im Jahr 2021 die Demonstrationsphase geplant. Bis zum Jahr 2027 soll dann das endgültige Konzept feststehen. Das BMF äußerte sich in seinem Schreiben auch zu den Gesamtkosten. Diese seien abhängig davon, ob sich weitere Partner zukünftig am Projekt beteiligen würden. Im Schreiben des Bundesfinanzministeriums betonen die Autoren die Gleichberechtigung der bislang beteiligten Länder Deutschland und Frankreich. Diese erhalten die gleichen Rechte an den technischen Planungsgrundlagen, und zwar in einem Umfang, der für den Betrieb, die Instandhaltung und die Weiterentwicklung des Kampffliegers genügt. Man habe folgerichtig auch in den Bereichen Finanzierung und Arbeitsteilung eine grundsätzliche Parität erzielt.

Die beteiligten Unternehmen sind der französische Dassault-Konzern und die deutsche Airbus als Haupt-Unterauftragnehmer. Die Triebwerksentwicklung teilen sich das deutsche Unternehmen MTU und der französische Spezialentwickler Safran. Auf französischer Seite sind außerdem die Rüstungsunternehmen Thales und MBDA beteiligt.

Redaktion poppress.de, A-055824