Nach der Bluttat von Hanau zeigt sich die Bundeskanzlerin tief erschüttert und spricht den Angehörigen ihr Beileid aus.

Was in Hanau passiert ist, erfüllt mich mit Abscheu. Aber zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch keine abschließende Stellungnahme zum Ablauf oder den Motiven des Täters abgeben, erklärte die Bundeskanzlerin auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Die Hintergründe dieser Tat müssen mit allen Mitteln aufgeklärt werden. Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen, spreche vieles für eine terroristischen Angriff eines Einzeltäters. Zu den Motiven des Täters, verwies Bundeskanzlerin Merkel auf vorläufige Erkenntnisse der Polizei, die von einer Nähe des Täters zu rechtsextremem und rassistischem Gedankengut ausgeht. Hier hat jemand aus einem abgrundtiefen Hass auf alles Andersartige heraus gehandelt. Wir dürfen nicht zulassen, dass Rassismus und Hass unser Zusammenleben vergiften. Wir haben in den letzten Jahren schon so viel hassmotivierte Gewalt von Rechtsextremen erlebt, dass der Staat mit allen rechtsstaatlichen Mitteln handeln muss. Merkel verwies auf die Morde des NSU, auf die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und die Morde von Halle. Die demokratische Gesellschaft garantiert die Rechte und die Würde jedes Menschen, der hier in Deutschland lebt, ungeachtet der Herkunft, des Aussehens oder der Religion. Es ist an der Zeit, Farbe zu bekennen und sich diesem Hass entgegenzustellen, der droht unsere Gesellschaft zu spalten. Die Ereignisse von Hanau gestern Abend, stellen sich aus heutiger Sicht folgendermaßen dar: Insgesamt starben 11 Menschen, 9 davon an Schussverletzungen, die sie sich an unterschiedlichen Tatorten zuzogen. In einer Wohnung im Stadtteil Kesselstadt wurden im Laufe des Abends zwei Leichen aufgefunden, bei denen es sich um den mutmaßlichen Täter, einen 43-jährigen Deutschen, und seine 72-jährige Mutter handelt. Die Polizei geht nach einer Untersuchung der Wohnung von einem rechtsextremen Hintergrund des Täters aus. Der Mann war als Sportschütze aktiv und besaß mehrere Schusswaffen. Aufgrund der Erkenntnisse und des Terrorverdachts, übernahm die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die weiteren Ermittlungen.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix