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clock-icon20.09.2018 - 11:15:39 Uhr | ad-hoc-news.de

Antwort auf die Frage, ob Aktien derzeit teuer sind

Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne

Am vergangenen Samstag richtete ein Leser den Wunsch an mich, ein Update zu der Börse-Intern vom 17. November 2017 zu machen. Der Titel dieser Ausgabe war „Sind Aktien derzeit teuer?“. Es gab seither zwar immer wieder kleinere Updates zu der Frage, dennoch möchte ich der Bitte des Lesers nachkommen.


Schließlich ist ein Blick auf fundamentale Bewertung am Aktienmarkt immer wieder interessant, da sich die Märkte und die Bewertungen unaufhörlich verändern. DAX deutlich günstiger geworden Der DAX stand zum Beispiel Mitte November 2017 noch bei rund 13.000 Punkten, doch inzwischen notiert er nur noch bei etwas mehr als 12.200 (-6,15%).


Entsprechend müsste die Bewertung der im deutschen Leitindex enthaltenden Aktien günstiger geworden sein. So betrug das  Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des DAX Ende 2017 stolze 14. Derzeit liegt der Wert nach einer Analyse der Helaba vom 14. September (siehe auch folgende Grafik) nur noch bei 11,9 und somit ganz knapp über dem Mittelwert der vergangenen 10 Jahre. (Quelle: Helaba) US-Aktien billiger geworden trotz Kurssteigerung Gleichzeitig sind die US-Aktien seit November 2017 deutlich nach oben geklettert.


So stieg der S&P 500 von ca. 2.580 auf 2.910 (+12,8 %), der Dow Jones von ca. 23.400 auf 26.400 (+12,8 %) und der Nasdaq100 von 6.340 auf 7.480 Punkte (+18,0 %). Eigentlich müsste also hier die Bewertung teuer geworden sein. Doch tatsächlich sank das KGV des S&P 500 von damals 18,0  sogar auf heute 16,8. KGV und Gewinnentwicklung Dies liegt vor allem an dem hohen Gewinnwachstum im S&P 500 von wahrscheinlich mehr als 20 % in diesem Jahr (siehe auch folgende Grafik aus der Börse-Intern vom 08.08.2018). Liegt das Gewinnwachstum über dem KGV, kann das KGV selbst bei steigenden Kursen fallen.


Dafür müssen die Gewinne einfach stärker steigen als die Kurse. Genau das ist im S&P 500 der Fall (Gewinne: +20,5%, S&P 500: +12,8 %). Gewinnwachstum verlangsamt sich Nichtsdestotrotz befindet sich das KGV des S&P 500 auch nach dem leichten Rückgang auf 16,8 auf einem überdurchschnittlichen Niveau (siehe Grafik oben).


Damals stellte ich in der Börse-Intern vom 16. November 2017 die Frage, ob sich ein niedrigeres Gewinnwachstum als Problem für die Aktien entpuppen könnte. Doch da war die Steuerreform von Donald Trump noch nicht durch. Diese hat die Gewinne der US-Unternehmen stark erhöht. Aus der Grafik von der Börse-Intern vom 08.08.2018 erkennt man aber, dass sich das durchschnittliche Gewinnwachstum der S&P 500-Unternehmen in 2019 voraussichtlich halbieren wird.


Dann fällt dieses auch wieder auf ein einigermaßen normales Maß zurück. Nutzt man das „price-earnings to growth-Ratio“ (PEG) als Bewertungskennziffer - KGV im Verhältnis zum Gewinnwachstum - dann reicht ein Gewinnwachstum von 10,3 % nicht als Rechtfertigung für ein KGV von 16,8 aus. Ein ähnlicher Fall stellt sich auch im DAX dar.


Denn die Fondsgesellschaft Fidelity rechnet in diesem Jahr mit einem Gewinnwachstum von 6 % bis 7 % bei den deutschen Aktiengesellschaften. Im Jahr 2019 soll diese Größenordnung erhalten bleiben. Nach der PEG-Faustformel (fairer Wert aus KGV / Gewinnwachstum = 1) ist ein schon günstiges KGV von 11,9 noch zu hoch bei einem derart moderaten Wachstum. Fazit bleibt erhalten Als Ergebnis komme ich daher wieder zum gleichen Fazit: Insgesamt sind wir noch in der schönsten aller Börsenwelten.


Aktuell spricht kaum etwas gegen Aktien, mit Ausnahme der weit gestiegenen Kurse in den US-Indizes. Da sich die starken Unternehmensgewinne aber in Zukunft so nicht fortsetzen werden, sollte bald wieder Einklang zwischen Gewinnwachstum und Aktienmarktbewertung entstehen. Dies könnte über eine stärkere Kurskorrektur der Aktien (ca.


10 % bis 15 %) passieren, so dass das KGV mit den fallenden Aktienkursen sinkt. Auch eine länger anhaltende Seitwärtsbewegung wäre denkbar. Die Aktienkurse bleiben realtiv stabil, während die Unternehmensgewinne langsam in die bereits gestiegenen Aktienkurse hineinwachsen und das KGV somit über die „Stellschraube“ der Gewinne gedrückt wird. Eher unwahrscheinlich sind stark steigende Aktienkurse und damit eine Beibehaltung oder gar Ausweitung des KGV, allein aufgrund der aktuell moderaten Perspektiven für die Unternehmensgewinne. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage Ihr Sven Weisenhaus  (Quelle: www.stockstreet.de)

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