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clock-icon14.05.2018 - 13:05:47 Uhr | ad-hoc-news.de

Dollar-Stärke bremst den Goldpreis aus

Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne

Zwischen dem Goldpreis und dem US-Dollar ist häufig eine negative Korrelation zu erkennen. Sollte also der Dollar steigen, fällt der Goldpreis und umgekehrt (siehe auch folgende Grafik des World Gold Council). Dies liegt daran, dass Gold zu den Edelmetallen und damit auch zu den Rohstoffen gehört, die in US-Dollar gehandelt werden.


Dadurch muss man bei einem schwachen Dollar mehr Geld für die gleiche Menge Gold aufwenden und andersrum. Grafik 1: Negative Korrelation zwischen US-Dollar und Goldpreis (Quelle: World Gold Council) Goldpreis unter Einfluss von Krisen und Zinsen Durch diverse Krisen (Immobilien-, Finanz- und Staatsschuldenkrise) in den vergangenen Jahren wurde der Goldpreis stark nach oben getrieben und zusätzlich von der Geldpolitik und den Zinsen beeinflusst.


Um die Krisen in den Griff zu bekommen, drückten die Notenbanken die Zinsen massiv durch Senkungen der Leitzinsen und Anleihekäufe. Soweit, dass sie teilweise sogar in den negativen Bereich rutschten. Im Umfeld von negativen oder niedrigen (Real-)Zinsen steigt der Goldpreis im Normalfall, da die Opportunitätskosten für das Halten von Gold dann niedrig sind.


Dementsprechend sollten höhere Realzinsen zu einer Reduktion des Goldpreises führen, da sich die Opportunitätskosten für Gold-Anleger erhöhen. In diesem Fall bedeuten „Opportunitätskosten“, dass Gold keine Zinsen oder Gewinne erwirtschaftet. Wenn ein Anleger nun sein Geld in Gold investiert und nicht in verzinsliche Anlagen, dann entsprechen die entgangenen Zinsen den Opportunitätskosten des Gold-Anlegers.


Die Kosten sind also umso höher, je höher die Zinsen sind. Natürlich ist die negative Korrelation zwischen (Real-)Zinsen und Goldpreis aber begrenzt. Schließlich wirken sich die höheren Zinsen nicht auf die Goldnachfrage der Industrie oder das Verhalten der Konsumenten von Goldschmuck aus.


Zudem verändert das Zinsniveau beispielsweise in den USA nur marginal das Verhalten der Anleger außerhalb der USA, für die lokale Zinssätze mehr Bedeutung haben als die US-Zinsen. Da die letzten Krisen aber weltweit spürbar waren und deshalb überall die Zinsen reduziert wurden, schwand auch die Investmentnachfrage nach Gold (Münzen, Barren, ETF).


Insbesondere bei stark steigenden oder sehr tiefen Zinsen konnte man diesen Zusammenhang phasenweise sehr gut ausmachen. Grafik 2: (Negative) Korrelation zwischen Zinsen und Goldpreis (Quelle: World Gold Council) Korrelation zwischen Gold und Dollar nimmt wieder zu Nun sind die Notenbanken (insbesondere Fed und EZB) dabei die Geldpolitik langsam wieder zu normalisieren.


Die Zins- und Inflationserwartungen sind recht gefestigt und dürften deshalb bereits eingepreist sein. Dadurch kommt auch die historische Beziehung zwischen Goldpreis und Dollar wieder deutlicher zu Tage. Die negative Korrelation mit den US-Zinsen hat sich also reduziert, während der US-Dollar seit einigen Monaten bzw.


Jahren wieder einen deutlich stärkeren Einfluss auf den Goldpreis ausübt. Dies ließ sich schon aus der ersten Grafik ablesen, doch der folgende Chart, in dem die Entwicklung des Goldpreises (oberer Kursverlauf) dem Kursverlauf des EUR/USD (unten) seit 2016 gegenübergestellt wird, zeigt es nochmal eindrucksvoller.


Hier lässt sich ein gewisser Gleichlauf der beiden nicht abstreiten. Sie sollten also auch die (eigenen) Erwartungen an den Dollar in den Entscheidungsprozess mit einfließen lassen, ob Sie derzeit auf einen steigenden oder fallenden Goldpreis setzen wollen. Dollar-Stärke vereitelt Ausbruch im Goldpreis Den gefährlichen Einfluss, den die Wechselkursentwicklung auf den Goldpreis hat, sieht man im folgenden Chart.


Der Goldpreis war drauf und dran, aus seiner jahrelangen Seitwärtsrange (gelbes Rechteck) nach oben auszubrechen (siehe auch „Der Goldpreis steht an einer entscheidenden Marke“). Denn seit dem Tief von Ende 2015 gibt es eine klare Aufwärtstendenz mit zunehmender Trendstärke (grüne Linien).


Zusammen mit der oberen Linie der Seitwärtsrange bildete sich ein klar bullishes aufsteigendes Dreieck. Doch die jüngste Stärke des US-Dollars bzw. Schwäche des EUR/USD schwächte den Goldpreis soweit, dass er am oberen Ende der Seitwärtsrange abprallte und eine der Aufwärtslinien brach (siehe rote Ellipse im Chart). Somit gilt der Ausbruch als gescheitert.


Und deshalb muss man mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Fortsetzung der Seitwärtsbewegung des Goldpreises zwischen ca. 1.400 und 1.050 USD rechnen. Wie Sie sich vielleicht erinnern können, bin ich schon längerem kein Fan von Gold als besonders lukratives Investment (siehe u.a. „Darum wird der Goldpreis mittelfristig nicht stark zulegen“).


Denn Gold wird durch die ansteigenden Zinsen eher belastet. Und besonders in den USA ziehen die Zinsen deutlich an. Davon profitiert der Dollar, was wiederum den Goldpreis zusätzlich belastet. Aber schon in der Gold-Analyse vom 19. April präsentierte ich eine Lösung: „Und wer an eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung glaubt, könnte auf aktuellem Niveau einen Short-Einstieg wagen.“ Vergessen Sie als Euro-Anleger aber nicht, auf die Wechselkurseffekte zu achten. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage Ihr Sven Weisenhaus  (Quelle: www.stockstreet.de)

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