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clock-icon13.06.2018 - 15:28:51 Uhr | ad-hoc-news.de

Ein getrübter Konjunkturausblick rückt die Gefahr einer zweiten Abwärtswelle näher

Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne

Eigentlich brauchte es keinen weiteren Grund mehr, um die US-Notenbank Fed dazu zu veranlassen, den Zinssatz gestern erneut anzuheben. Die am Dienstag veröffentlichten Inflationsdaten untermauerten diesen Zinsschritt aber nicht nur, sondern machten eine restriktivere Geldpolitik in den USA inzwischen sogar zu einer Notwendigkeit. Inflation in den USA zum dritten Mal in Folge über Fed-Ziel So stiegen die US-Verbraucherpreise im Mai um 0,2 % gegenüber dem Vormonat und erhöhten so die Jahresrate von 2,5 % auf 2,8%.


Damit befindet sich die Inflation auf dem höchsten Stand seit sechs Jahren. Ohne die Energie- und Nahrungsmittelpreise stieg die Kernrate ebenfalls um 0,2 % gegenüber dem Vormonat, was zu einer Steigerung der Jahresteuerung der Kernrate von 2,1 % auf 2,2 % führte. Zudem konnte man bereits damit rechnen, dass die jüngste Eskalation im Handelskonflikt mit den USA nicht spurlos an dem Konjunkturausblick vorüberziehen würde.


Und natürlich sieht es auch bei der gesamten Eurozone nicht anders aus. Hier fiel der Erwartungsindikator der Finanzmarktexperten an die Konjunkturentwicklung um 15,0 auf -12,6 Punkte. Allerdings spielten hierbei auch die Befürchtungen über eine Destabilisation des Finanzsystems durch die Politik der neuen italienischen Regierung eine große Rolle.


Denn die Erwartungen für Italien fielen massiv um 31,7 Zähler auf einen Stand von -48,4. Die Stimmungslage belastet die Konjunktur bereits Der Wachstumsausblick wird aber insgesamt durch die Angst vor einer weiteren Eskalation im Handelsstreit belastetet. Zwar sind die tatsächlichen Auswirkungen der beschlossenen Zölle noch relativ klein.


Doch sie führen zu mehr Unsicherheit bei den Unternehmen wegen der Möglichkeit einer weiteren Eskalation mit weiteren Zöllen. Das wiederum kann dazu führen, dass neue oder sogar bereits geplante Investitionen von den Unternehmen vorerst zurückgehalten werden. Und in diesem Fall werden sich die Veränderungen der „weiche“ Stimmungsindikatoren später auch in den „harten“ Konjunkturdaten wiederfinden.


Tatsächlich sind die Auftragseingänge in Deutschland bereits seit vier Monaten rückläufig und jüngst sinken auch die Produktion und der Export (siehe auch folgende Grafik). Daraus werden letztlich geringere Umsätze resultieren, die wiederum zu sinkenden Unternehmensgewinnen führen werden. Es verwundert also nicht, dass die Aktienmärkte schon seit Monaten in ihren Seitwärtsbewegungen feststecken.


Durch die negativen Konjunkturaussichten könnten diese sogar noch zu einer großen Topbildung werden. So beschrieb ich bereits in der Börse-Intern vom 18. April, dass der aktuelle Wirtschaftszyklus schon sehr reif zu sein scheint und die deutsche Wirtschaft sogar schon über ihren Hochpunkt hinaus gewachsen sein könnte.


Die weiteren Wirtschaftsdaten bestätigen seitdem diese Überlegung. Gefahr einer zweiten Abwärtswelle bleibt bestehen Vorerst gelang es aber dem DAX noch im kurzfristigen Bereich eine zweite Abwärtswelle zu verhindern (siehe „Hat im DAX heute eine zweite Abwärtswelle begonnen?“), wenngleich die Möglichkeit einer zweiten Welle weiterhin bestehen bleibt.


Aufgrund des Verfallstages am Ende der Woche und der Positionierung der Stillhalter gibt es derzeit kaum Kurspotential (siehe gestrige Börse-Intern). Zudem wird die Geldpolitik immer restriktiver. Schon der heutige Zinsentscheid der US-Notenbank bietet das Potential, die Aktienkurse fallen zu lassen.


Dies könnte dann der Startschuss für die zweite Abwärtswelle im DAX werden (roter Pfeil im folgenden Chart). Insgesamt bleibt die Lage zwischen Bären und Bullen aber noch unentschieden. Dies hängt auch damit zusammen, dass sich die Kurse immer noch in der leicht aufwärts gerichteten Konsolidierung der vergangenen Woche befinden (siehe gelber Pfeil im folgenden Chart). Und so verharrt der DAX weiter in der unteren Hälfte seines übergeordneten Rechtecks: Nach drei Tests der Rechteckgrenze bei 12.590 Punkten (kleine grüne Pfeile), kam es nun gestern zum dritten Test der Mittellinie bei 12.945 Zählern (rote Pfeile).


Das ein Ausbruch darüberhinaus gescheitert ist, passt zur Verfallstagspositionierung. Genauso dazu passen würde auch ein erneuter Anlauf an die untere Rechteckgrenze. Ob es dazu noch kommt, werden wir im Laufe der Woche erfahren. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage Ihr Sven Weisenhaus  (Quelle: www.stockstreet.de)

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