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clock-icon12.06.2018 - 10:59:35 Uhr | ad-hoc-news.de

Eine turbulente oder doch eher ruhige Verfallstagswoche?

Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne

Sehr verehrte Leserinnen und Leser, am Freitag naht der nächste große Verfallstag und diesmal scheint es besonders spannend zu werden. Denn aufgrund der Verfallstagspositionierung ergibt sich für den DAX eine Menge Spielraum in (fast) alle Richtungen. Leichtes Spiel für die Stillhalter? Werfen wir dafür wie immer einen Blick auf das aktuelle Verfallstagsdiagramm: (Quelle: EUREX) Diesmal starten wir mit der Analyse der „Schüsselkurve“ unten im Diagramm.


Diese bildet die aufsummierten Beträge ab, welche die Stillhalter zum Verfallstermin bezahlen müssen, je nachdem zu welchem Kurs der DAX abgerechnet wird. Dabei gilt das Minimum dieser Kurve bei 12.850 Punkten im Juni als der günstigste Wert für die Stillhalter. Passenderweise startete der DAX gestern in diesem Bereich in den Tag (siehe grüne Pfeile).


Die Aufgabe der Stillhalter ist es also nur, den DAX bis zum Verfallstag auf diesem Niveau zu halten. Die Märkte im Wartemodus Und das könnten die Stillhalter sogar relativ leicht bewerkstelligen. Schließlich dürften sowieso viele Anleger bis zu den Zinsentscheidungen von Fed und EZB am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche nur zurückhaltend agieren.


Auch die Auswirkungen des Treffens zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Staatsoberhaut Kim werden wohl erst noch abgewartet. Die Wahrscheinlichkeit ist entsprechend hoch, dass der DAX in dem Kursbereich unterhalb der 13.000-Punkte-Marke bleibt. Zudem befinden sich zwischen 13.000 und 12.500 Punkten nur kleinere Call- und Put-Positionen, die auch noch relativ ausgeglichen sind (siehe gelbes Rechteck im oberen Teil des Verfallstagsdiagramms).


Dadurch ergibt sich für die Stillhalter ein unproblematischer Schwankungsbereich. Schließlich ändert sich das Ergebnis für sie in diesem Bereich nur marginal. DAX über 13.000 Punkte in dieser Woche unwahrscheinlich Spannung kommt erst dann auf, wenn es im DAX bis zum Freitag zu einer stärkeren Bewegung kommen sollte.


Schauen wir dazu nach oben, denn dort lassen sich bei 13.000 Punkten die jeweils größten Positionen an Calls und Puts finden. Dadurch wird diese Marke für die Stillhalter eine Art „Anker“. Der DAX kann ohne Probleme in diesen Bereich vorstoßen und so die große Put-Position (rot) aus dem Spiel nehmen.


Erst wenn der DAX diese Marke überwinden sollte, wird es kritisch. Dann läuft nämlich die große Call-Position (blau) ins Geld. Dies gilt es für die Stillhalter zu verhindern, weswegen der DAX wohl bis zum Verfallstag bei 13.000 Punkten gedeckelt sein dürfte. Nur wenn es einen sehr bullishen Impuls vor allem aus den USA gibt, der die Kurse dort nach oben treibt und dann den DAX mitreißt, könnte es zu einem Ausbruch über diese Marke hinauskommen. In diesem Fall dürfte der Ausbruch sehr dynamisch werden, da die Absicherungsmaßnahmen der Stillhalter die Kurse weiter befeuern werden. Stillhalter erhalten Unterstützung von der Charttechnik Eine ähnliche Grenze nach unten für den DAX liegt bei etwa 12.500/400 Punkten.


Hier befinden sich die nächsten größeren Put-Positionen, die ins Geld laufen, wenn der DAX darunter sinken würde. Dementsprechend werden die Stillhalter ab 12.500 Punkten ihr Möglichstes tun, weitere Kursverluste zu verhindern. Dabei hilft ihnen in diesem Fall sogar die Charttechnik (siehe folgender Chart): Denn das Hoch der ehemaligen Bodenformation vom Frühjahr (siehe grüne Linie) bietet genau vor der kritischen unteren Grenze eine markante charttechnische Unterstützung.


Diese wurde durch die jüngsten Tiefs sogar mehrfach bestätigt und dadurch verstärkt (grüne Zone). Das bearishe Target bis zum Donnerstag Nichtsdestotrotz bleibt auch hier der übliche Warnhinweis bestehen: Sollte der Kurs unter die Verfallstagsgrenze fallen, dürfte die weitere Bewegung sehr dynamisch werden.


Und die Möglichkeit eines Abwärtsszenarios ist charttechnisch ganz klar gegeben (siehe Chart oben). Schließlich befindet sich der DAX seit dem Bruch des steilen kurzfristigen Aufwärtstrends seit Anfang April (grün) nach wie vor in seinem nachfolgenden Korrekturtrend (rot).


Erst gestern Vormittag scheiterte er wie auch vergangenen Donnerstag an dessen Obergrenze (siehe Pfeil). Somit dürfte er auch in den nächsten Tagen diesen Abwärtstrend fortsetzen. Dies würde auch zu dem Elliott-Wellen-Szenario, das Sven Weisenhaus am Freitag präzisierte, passen.


Laut diesem ist das maximale Korrekturpotenzial der laufenden Abwärtsbewegung bei 12.291 Punkten (siehe Börse-Intern vom 08.06.2018). Etwas oberhalb davon befindet sich bei 12.312 Punkten ein kleines Target (gelber Kreis). Dieses lässt sich aus der Unterkante des roten Abwärtstrends, dem Tief von Ende April (blaue Linie) und der Unterkante eines möglichen neuen Aufwärtstrends (gestrichelte Linie) bilden.


Und es könntet theoretisch bis zum Verfallstag am Donnerstag (siehe senkrechte Linie) sogar noch erreicht werden. DAX hält still Jedoch lassen die bedächtigen Bewegungen des DAX am Montag eher darauf schließen, dass es zu keiner der beiden Extremvarianten – ein Ausbruch über 13.000 und unter 12.500/400 Punkte – kommen wird.


Wahrscheinlicher wird es auf eine Seitwärtsbewegung innerhalb der Kursspanne der vergangenen Woche (12.610 bis 12.925 Punkte) bzw. den Grenzen aus dem Verfallstagsdiagramm (12.500 bis 13.000 Punkte) hinauslaufen. In diesem Fall hätten wir es tatsächlich mit einer geruhsamen Verfallstagswoche zu tun. Mit besten Grüßen Ihr Torsten Ewert  (Quelle: www.stockstreet.de)

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