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clock-icon23.03.2019 - 09:55:01 Uhr | ad-hoc-news.de

Einkaufsmanager bestätigen Sorgen vor einem Wirtschaftsabschwung

Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne

Der Brexit ist erst einmal verschoben. Die EU und die britische Premierministerin Theresa May einigten sich in der Nacht zum gestrigen Freitag auf einen Kompromiss zur Verschiebung des EU-Austritts vom 29. März auf mindestens den 12. April vor. Wenn das britische Unterhaus dem bereits ausgehandelten Abkommen in der nächsten Woche zustimmt, soll der Austritt am 22.


Mai geregelt über die Bühne gehen. Gelingt das nicht, kann Großbritannien bis zum 12. April neue Vorschläge machen. Das britische Unterhaus hat den aktuellen Vertrag allerdings bereits zwei Mal abgelehnt. Es ist also ungewiss, ob das Unterhaus dieses Mal zustimmen wird. Wirtschaftsdaten aktuell wesentlich wichtiger als die Brexit-Entwicklungen Doch derartige Meldungen lösen an den Märkten aktuell kaum noch Bewegungen aus.


Ganz anders aber aktuelle Wirtschaftsdaten. Denn diese zeigen, wie begründet derzeit die vorgestern beschriebenen Sorgen vor einer weitergehenden Wirtschaftsabschwächung sind. So sind die Einkaufsmanagerindizes sowohl für die USA als auch für die Eurozone und Deutschland deutlich gesunken. Deutsche Industrie stürzt tief in die Rezession Deutschland erwischt es dabei besonders schwer.


Der Einkaufsmanagerindex für die hiesige Industrie ist laut der aktuellen Schnellschätzung von IHS Markit mit 44,7 Punkten im März auf ein 79-Monats- bzw. 6,5-Jahres-Tief gesunken (Februar: 47,6). Es ist der 14. Rückgang des  Frühindikators innerhalb der letzten 15 Monate. Demnach befindet sich die deutsche Industrie schon in einer tiefen Rezession.


Und diese Teil-Rezession hat in dem wichtigen Wirtschaftsbereich sogar schon zum ersten Stellenabbau seit drei Jahren geführt. Kein Wunder, denn die Industrieproduktion wurde jüngst so stark zurückgefahren wie seit August 2012 nicht mehr. Und daher wird inzwischen natürlich auch weniger Personal benötigt. Aufgrund der beschleunigten Talfahrt der Industrie sank der Einkaufsmanagerindex für die gesamte deutsche Wirtschaft im März auf 51,5 Punkte.


Durch einen soliden Servicesektor blieb die Wirtschaft damit zwar noch auf Wachstumskurs – Werte oberhalb von 50 Punkten bedeuten bei dem Frühindikator wirtschaftliche Expansion – doch ist das Wachstum im März so schwach ausgefallen wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Die Erholung des Einkaufsmanagerindex im Februar war damit letztlich nur ein Strohfeuer.


Und es dürfte weiter abwärts gehen. Denn das Industrie-Neugeschäft wies laut den Erhebungen von IHS Markit im März das höchste Minus seit dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise im April 2009 aus. Eurozone stabiler, aber mit schlechten Aussichten Etwas besser läuft es aktuell noch für die gesamte Eurozone.


Wobei aber auch hier das Wirtschaftswachstum im März wieder an Fahrt verloren hat. Grund auch hier: Die stärksten Geschäftseinbußen in der Industrie seit sechs Jahren, während sich der Dienstleistungssektor noch relativ wacker hielt. Der Gesamteinkaufsmanagerindex Eurozone gab im März gegenüber Februar um 0,6 Punkte auf  51,3 nach.


Damit sieht es in der Eurozone aber aktuell immerhin nach einer Stabilisierung auf dem aktuellen Niveau aus. Das BIP-Wachstum könnte im 1. Quartal 2019 erneut bei 0,2 % landen, wie schon in den beiden Quartalen zuvor. Allerdings sind die weiteren Aussichten hier ebenfalls schlecht. Denn der Auftragseingang der Eurozone weist mit dem aktuell 6.


Rückgang in Folge das höchste Minus seit Dezember 2012 aus. Und beim Exportneugeschäft schlugen die höchsten Verluste seit August 2012 zu Buche. Logisch, dass sich dies negativ auf die zukünftige Produktion auswirken wird, die im März bereits zum zweiten Mal in Folge gesunken ist.


Nicht ohne Grund blicken die Industrieunternehmen laut IHS Markit momentan so pessimistisch auf die Geschäftsentwicklung der kommenden zwölf Monate wie zuletzt im Dezember 2012. US-Wirtschaft wächst noch solide Bleiben noch die USA. Hier ähnelt die Entwicklung der in der Eurozone.


Der Einkaufsmanagerindex ging im März nach einer Erholung im Februar zurück (von 55,5 auf 54,3 Punkte), doch ist die Tendenz nach wie vor stabil – und auf deutlich höherem Niveau als in Deutschland und der Eurozone. Der Frühindikator notiert sogar noch recht komfortabel oberhalb der Marke, ab der zukünftiges Wachstum signalisiert wird (50 Punkte).


Allerdings befindet sich der US-Einkaufsmanagerindex aktuell auch auf einem 6-Monats-Tief. Er bestätigt damit aber lediglich die deutlich abwartende Haltung der US-Notenbank, gibt ansonsten einen Ausblick, der bei weitem nicht so negativ ist. Für ein Wachstum von immerhin 2 % im 1. Quartal 2019 dürfte es noch gereicht haben. Die USA werden sich nicht ewig entziehen können Allerdings gilt: Wenn die Konjunktur weltweit schwächelt, dann wird sich die Wirtschaft der USA dem nicht ewig entziehen können.


Und daher ist der Ausblick für die USA auch eher negativ. Hier wird es ebenfalls zuerst die Industrie treffen, die genau wie in der Eurozone und Deutschland aktuell die Achillesferse ist. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex ist aktuell schon auf den niedrigsten Wert seit Juni 2017 gesunken und mit 52,5 Punkten (zuvor: 53,0) der 50-Punkte-Marke schon deutlich näher als der Gesamteinkaufsmanagerindex. Fazit Die Aussichten sind für alle Wirtschaftsräume gleichermaßen negativ, auch wenn Deutschland derzeit einer Rezession schon sehr viel näher ist als die USA und die Eurozone sich irgendwo dazwischen hält.


Und daher bin auch weiterhin skeptisch bezüglich der Aktienkursentwicklung. Heute geben die Notierungen allerorten bereits deutlich nach. Und ich denke, dass dies gerade erst der Beginn eines erneut stärkeren Rücksetzers oder einer längeren Konsolidierung ist. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage Ihr Sven Weisenhaus  (Quelle: www.stockstreet.de)

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