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clock-icon09.05.2018 - 10:44:59 Uhr | ad-hoc-news.de

Übertroffene Erwartungen in der US-Bilanzsaison

Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne

Rund 80 % der Geschäftszahlen zum 1. Quartal 2018 wurden bis zum vergangenen Wochenende von den Unternehmen aus dem S&P 500 veröffentlicht. Bis jetzt übertrafen die Gewinne die Erwartungen um stolze 7,9 % und die Umsätze immerhin um 1,3 %. Sollte auch der Rest der Bilanzsaison so gut verlaufen, stünde am Ende ein Umsatzwachstum von 8,5 % zu Buche. (Quelle: FactSet) Beim Gewinnwachstum wären es sogar satte 24,2 % (jeweils gegenüber dem Vorjahresquartal).


Die starken Gewinnsteigerungen wurden vor allem durch den gestiegenen Ölpreis verursacht, da dieser zu hohen Gewinnzuwächsen von fast 100 % bei den Energieunternehmen geführt hat. (Quelle: FactSet) Wahrscheinlich werden wir diese sehr hohen Wachstumsraten in den kommenden Quartalen und insbesondere 2019 nicht mehr sehen, da sie zum Teil auf Sondereffekte durch die Steuerreform beruhen.


Jedoch revidierte man bereits auch die Erwartungen für die kommenden Quartale deutlich nach oben (siehe folgende Grafik), so dass man zumindest 2018 durchaus noch weiterhin mit einem hohen Wachstum rechnen kann. Dadurch wirkt das 12-Monats-KGV des S&P 500 mit aktuell 16,0 schon wieder relativ günstig.


Denn es befindet sich zwar über dem 10-Jahres-Durchschnitt (14,3), aber fiel inzwischen unter dem 5-Jahres-Durchschnitt (16,1). Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau sehr wahrscheinlich Bis zum KGV des 10-Jahres-Durchschnitt fehlen noch höhere Gewinnerwartungen um 11,9 % oder der S&P 500 müsste um 10,6 % sinken – oder etwas von beidem.


Entsprechend bleibt unsere Erwartung an eine anhaltende Konsolidierung der Aktienindizes auf hohem Niveau weiterhin ein durchaus realistisches Szenario. Schließlich stützt das anhaltend hohe Gewinnwachstum die Kurse und auf der anderen Seite besteht im S&P 500 aufgrund der langfristig noch überkauften Chartsituation und angesichts der auf 10-Jahres-Sicht nach wie vor überdurchschnittlichen Bewertung nur ein limitiertes Kurspotential bzw.


weitergehender Konsolidierungsbedarf. So bleibt die Schere zwischen Kursanstieg und Gewinnentwicklung noch geöffnet (siehe folgende Grafik). Aber die Entwicklung von Kursen und Gewinnschätzungen im 1. und 2. Quartal 2018 sorgte dafür, dass sie sich schon wieder ein gutes Stück geschlossen hat.


Im Rahmen einer anhaltenden Seitwärtsbewegung bei weiter steigenden Gewinnen könnten sich die gestiegenen Aktienkurse (S&P 500, helle Linie) wieder an das Gewinnwachstum (dunkle Linie) weiter annähern. Es besteht aber durch die hohen und inzwischen sogar noch einmal nach oben revidierten Erwartungen ein größeres Risiko, dass diese Erwartungen in den kommenden Quartalen nicht erfüllt werden können.


Dies würde dann auch in einer stärkeren Korrektur resultieren. Das geopolitische Geschehen – also Syrien, Iran-Deal, Handelskonflikt, etc. - stellt für die Aktienkurse zurzeit nur eine relativ geringe und immer nur kurzfristige Gefahr da. Am Ende des Tages wollen die Aktionäre nur sehen, dass sich die Gewinne und Dividenden ihrer Unternehmen gut entwickeln.


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