Kontakt
RSS
Impressum
Über uns
aktualisieren
clock-icon25.05.2018 - 10:03:12 Uhr | ad-hoc-news.de

Zunehmende Euro-Skepsis lässt den Bund-Future steigen

Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne Bild: Steffens-boersen-kolumne, Jochen Steffens, Steffens-boersen-kolumne

Der Euro hat es derzeit wahrlich nicht leicht. Denn es lastet gleich aus mehreren Gründen Druck auf der Gemeinschaftswährung. Bereits am 16. Mai lautete der Titel der Börse-Intern „Schwaches Wachstum, schwache Inflation, schwacher Euro“. Und die gestern gemeldeten Einkaufsmanagerindizes vom IHS Markit-Institut deuten nicht darauf hin, dass sich an dieser „Gleichung“ auf absehbare Zeit etwas ändern könnte.


Denn danach hat sich die Stimmung in den Unternehmen des Euroraums erneut eingetrübt. Stimmung immer weniger euphorisch Der vorläufige Wert für den Gesamteinkaufsmanagerindex (also Industrie und Dienstleistungen zusammen = Composite) ist im Mai um 1,0 auf 54,1 Punkte zurückgegangen.


Das ist der schwächste Wert seit 18 Monaten. Allerdings notiert der Frühindikator auch damit noch komfortabel oberhalb der Schwelle von 50 Punkten, ab der zukünftiges Wachstum signalisiert wird. (Quelle: DekaBank) Die Stimmung hat sich also weiter eingetrübt, sie ist aber keineswegs schlecht, sondern lediglich weniger euphorisch.


Und die Eurozone bleibt auf Wachstumskurs, wenn auch mit reduziertem Tempo. Laut Chris Williamson, dem Chief Business Economist von IHS Markit, signalisieren die aktuellen Umfrageergebnisse, „dass die Eurozone im 2. Quartal 2018 weiter mit einer ausgesprochen soliden Rate von knapp über 0,4 % wächst“. EZB könnte den besten Ausstiegszeitpunkt verpasst haben Zur Erinnerung: Im 1.


Quartal war das BIP-Wachstum auf 0,4 % zurückgegangen, von jeweils 0,7 % in den drei Quartalen davor. Und mit den aktuellen Daten verdichten sich die Anzeichen, dass die im 1. Quartal 2018 beobachtete Verlangsamung der BIP-Dynamik in der Eurozone nicht nur auf Sondereffekte zurückzuführen war, sondern Teil einer allgemeinen konjunkturellen Abkühlung ist. Und vor dem Hintergrund einer nachlassenden Konjunkturdynamik bei gleichzeitig anhaltend zu niedriger (Kern)-Inflation dürfte der Europäische Zentralbank (EZB) ein Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik immer schwerer fallen.


Vielleicht hat sie den besten Zeitpunkt dafür bereits verpasst. Und die Aussicht auf vielleicht noch länger anhaltend niedrige Zinsen ist natürlich Gift für den Euro. Zusätzliche Störfeuer aus Italien Zumal neben den Themen Wachstum und Inflation aktuell auch noch politische Störfeuer aus Italien hinzukommen.


Die Wahlversprechen, die sich aus dem Regierungsprogramm der Koalition aus 5-Sterne-Bewegung und Lega herauslesen lassen, bergen eine Menge Konfliktpotenzial für den Zusammenhalt und die Stabilität der EU und der Eurozone. Die wieder zunehmende Angst vor einem zweiten Griechenland lässt den Euro zusätzlich schwächeln. Das diese Angst wächst, lässt sich aktuell nicht nur am Euro-Kurs ablesen, sondern auch an den jüngsten Ausschlägen der Peripheriespreads am Markt für Staatsanleihen.


Ende April markierte der Spread zwischen italienischen und deutschen Anleihen mit 10-jähriger Laufzeit noch ein Zweijahrestief bei 114 Basispunkten. Seitdem weitete sich der Risikoaufschlag um 62 auf aktuell 176 Basispunkte aus. Bund-Future steuert wieder seine Hochs an Dabei sind nicht nur die Renditen der italienischen Anleihen gestiegen, sondern durch eine Flucht in sichere Häfen haben sich auch die Zinsen für deutsche Anleihen reduziert.


Der Bund-Future nähert sich sogar schon wieder seinen Hochpunkten. Anfang dieser Woche wurde eine wichtige Abwärtstrendlinie (rot gestrichelt im Chart) überwunden (grüner Pfeil) und die 160-Punkte-Marke (blaue horizontale Linie) erneut angesteuert. Damit fehlt nun nicht mehr viel bis zu den Höchstständen. Politische Börsen haben kurze Beine Politische Börsen haben allerdings kurze Beine.


Und ich kann mir derzeit nicht vorstellen, dass die EZB ihr Anleihekaufprogramm im aktuellen Umfang von monatlich 30 Mrd. Euro über den September hinaus fortsetzen wird. Zwar ist eine Verlängerung zumindest bis zum Jahresende denkbar, und sie wird auch vom Markt erwartet, allerdings dann nur noch in einem Umfang von 10 Mrd.


Euro pro Monat. Sollte sich diese Entwicklung abzeichnen, dann dürfte der Bund-Future auch bald wieder das untere Ende seiner breiten Seitwärtsrange (gelbes Rechteck) ansteuern. Die aktuellen Kurse bieten sich also an, um mal wieder Short-Positionen zu eröffnen. Beim Bund-Future bleibt es daher bei der Bewertung, die ich schon am 23.


Februar vorgenommen habe:  Aktives Trading und gutes Timing sind weiterhin gefragt Das Trading in diesem Markt ist schwierig. Einfach nur halten sollte man Short-Positionen nicht auf längere Dauer, da im Future-Handel durch das Rollen vom auslaufenden Kontrakt in den nächsten ein Zeitwertverlust entsteht.


Daher ist hier ein aktiveres Trading mit gutem Timing gefragt. Die Wertpapierkäufe der EZB stützen die Kurse weiterhin. Ein crashartiger Einbruch der Anleihekurse ist daher nicht zu erwarten. Aber das Ende der EZB-Käufe dürfte vom Markt frühzeitig antizipiert werden. Und daher sollte sich eine Abwärtstendenz einstellen.


Ordentliche Erholungsbewegungen, wie wir sie aktuell wieder sehen, sollte man dabei weiterhin einkalkulieren. Die aktuelle Erholungsbewegung läuft überraschend weit. Sie ist aber vermutlich durch den politischen Einfluss der Regierungsbildung in Italien nur temporär („kurze Beine“).


Das könnte Sie auch interessieren:

USA und China erheben gegenseitig weitere Strafzölle                                       - Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion - Nach dem schwachen Start in die verkürzte Woche nach Ostern kann sich der DAX noch immer nicht stabilisieren


Nervosität nach Ostern: Verkaufsdruck bei Chip-Werten                                       - Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion - Die Kurse am deutschen Aktienmarkt rutschen nach Ostern erneut ab So notiert der DAX aktuell bei 12 022 Punkten mit 0,6 Prozent im Minus


Die Partylaune in der deutschen Wirtschaft ist verflogen, der Optimismus hat sich verflüchtigt   Nun räumt Donald Trump mit seinen Handelsspielchen den Dax ab  Den Börsen sollte ein schwarzer Freitag erspart bleiben, doch mehr als eine Stabilisierung vor Ostern wird kaum drin sein  Der Mix aus Zinserhöhungen in den USA, eingeschränktem Handel mit China und Spezialproblemen bei Technologietiteln


München - Siemens-Aktie: Siemens Healthineers ist künftiges DAX-Unternehmen - Aktiennews Siemens Healthineers wird eine ambitionierte Bewertung erhalten und ist somit als zukünftiges DAX-Unternehmen einzustufen, sagt Oliver Maslowksi, Portfoliomanager für europäische Aktien bei GAM, zum Beschluss von Siemens (ISIN: DE0007236101, WKN: 723610, Ticker-Symbol: SIE, NASDAQ OTC-Symbol: SMAWF), die Tochterfirma Healthineers in Frankfurt an die Börse zu bringen


Bei einem Nennwert (im Englischen par value genannt) handelt es sich um einen Begriff aus der Wirtschaft, der den Wert (Zahlwert) von gesetzlichen Zahlungsmitteln oder auch von Wertpapieren bezeichnet, der in Geld ausgedrückt wird und aufgedruckt oder eingeprägt auf den entsprechenden Einheiten wie Banknoten, Aktien oder auch Anleihen zu finden ist


Der DAX leidet derzeit an einer Formschwäche Doch theoretisch eröffnen die zuletzt zumeist gefallenen Kurse der 30-Indexmitglieder höhere Kurspotenziale bei jenen Aktien, bei denen die Analysten weiter optimistisch bleiben


Obwohl sich die Kurse an den Aktienmärkten in den vergangenen drei Wochen spürbar erholt haben, präsentiert sich der Dax als Aushängeschild der deutschen Börse unverändert schwach


Die Schweizer Börse eröffnet am Montag positiv Gestützt werden die Aktien von einem starken Anstieg der Kurse am Freitag in New York sowie in Asien am Montag


Lieber Investor, im Grunde weiß jeder Anleger, dass ein Kurs nur dann zustande kommt, wenn an der Börse ein Käufer auf jemanden trifft, der seine Aktien, Anleihen, Fonds oder Optionen verkaufen will


Behinderung der Justiz, Verkaufs nicht-registrierter Aktien: Trotz Unregelmässigkeiten sind drei Unternehmen jetzt in den USA an die Börse gegangen - auf dem vielleicht verrücktesten Markt der Wall Street: Mini-IPOs