Mit der Entschuldigung für das Satirelied des WDR-Kinderchors habe Buhrow „im Interesse des Senders, seiner Mitarbeiter und deren Arbeitsplätze gehandelt“, sagte Laschet dem „Spiegel“. Der CDU-Politiker warnte die WDR-Belegschaft indirekt vor Hybris: „Es kann nicht sein, dass Sie in Deutschland alles kritisieren dürfen, vom Papst abwärts – nur nicht die Beiträge des Westdeutschen Rundfunks“, so der nordrhein-westfälische Ministerpräsident.

Die gesamte Medienlandschaft stehe unter wirtschaftlichem Druck. „Die einzigen, die da eine privilegierte Stellung haben, sind die Redakteure im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Jüngste Gutachten im Zuge der Beitragsdebatte bescheinigen ihnen überdurchschnittliche Gehälter“, sagte Laschet. Zudem gebe es für öffentlich-rechtliche Medien keinen Erfolgsdruck. „Alles ist staatlich garantiert, egal, ob es einer schaut oder nicht: Der Sender sendet“, so der CDU-Politiker weiter. Deshalb erwarte er, „dass diese Sender kritikfähig sind, wenn jemand sagt: Diese Instrumentalisierung des Kinderchors für eine Idee eines Redakteurs war daneben“. Es müsse sich „bei den Strukturen“ der Rundfunkanstalten „einiges ändern“, etwa bei den Pensionen – „die waren in der Vergangenheit zu großzügig“, so der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Er appellierte auch an die Sender, „behutsamer und sparsamer“ zu sein bei Sportlizenzen: „Die Summen, die da gezahlt werden, sind absurd. Auch die Honorare für die Moderation von Samstagabendshows erscheinen teilweise zu hoch“, sagte Laschet dem „Spiegel“.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH