Der Holocaust muss gegenwärtig bleiben. Aus Anlass des Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz, betont Ministerin Grütters die Wichtigkeit der Erinnerungskultur.

Vor 75 Jahren befreiten alliierte Truppen das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mahnte einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Verbrechen an, die vom nationalsozialistischen Deutschland begangen wurden. Die Vernichtung der europäischen Juden, die Shoa, sei Bestandteil unserer Geschichte. Es ist eine der großen kulturellen Leistungen der Bundesrepublik, dass der Holocaust im gesellschaftlichen Bewusstsein angekommen ist, und wir uns der Verantwortung als Folge dieser Verbrechen stellen. Unsere moralische Verantwortung legt uns auf, Werte wie Meinungsfreiheit, Toleranz und Zivilcourage zu pflegen und zu schützen. Es darf nie wieder dazu kommen, dass Minderheiten aufgrund religiöser und rassistischer Vorurteile ausgegrenzt und verfolgt. In Deutschland ist kein Platz für Hass, Gewalt und Hetzparolen. Im gegenwärtigen gesellschaftlichen Klima einer Polarisierung und Verrohung, muss dies der demokratischen Mehrheit immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden.
Ein wichtiger Bestandteil unserer Erinnerungskultur sind Einrichtungen wie Gedenkstätten und Orte der Bewahrung und Dokumentation. Dies sind die Orte, wo Erinnern greifbar wird und auch an die nächsten Generationen weitergegeben werden kann. Dort werden Bezüge zur Gegenwart und unserem alltäglichen Lebensumfeld hergestellt. Niemand kann und darf sich aktuell blind stellen und nicht wahrnehmen, dass Werte wie Toleranz und Mitmenschlichkeit akut gefährdet sind. Es gibt in Deutschland keinen Platz für Hass, Antisemitismus und die Diskriminierung von Minderheiten. Deswegen bezuschusst der Bund derartige Erinnerungsorte mit mehr als 26 Millionen Euro. Das Projekt „Jugend erinnert“, entwickelt neue pädagogische Vermittlungsansätze. Die Digitalisierung und die neuen Medien stellen auch für die Vermittlungseinrichtungen große Herausforderungen dar. Deshalb sollen neue Wege versucht und ausprobiert werden. Wir müssen auch neue Zielgruppen für das Thema sensibilisieren. Wer in der Bundesrepublik lebt, kann diesen Teil des kulturellen Erbes nicht einfach ignorieren. Nur, wenn wir auf eine kritische Aneignung unserer Geschichte bestehen, können wir auch einen öffentlichen Diskurs zu Grundrechten und Demokratie führen, so die Kulturstaatsministerin.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix