Bundesrepublik erzielt einen Handelsüberschuss von 223,6 Milliarden Euro.

Die Bundesrepublik bleibt eine Exportwirtschaft. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, erzielte die Bundesrepublik sowohl bei den Exporten, wie bei den Importen, im Jahr 2019 neue Rekordwerte. Die deutsche Wirtschaft führte im Jahr 2019 Waren im Wert von insgesamt 1.327,6 Milliarden Euro aus, während der Importwert auf 1.104,1 Milliarden Euro stieg. Damit konnte die Bundesrepublik den Gesamtexport um 0,8 Prozent steigern. Aufgrund der Wachstumsrate von 1,4 Prozent bei den Importen, verringerte sich der Handelsüberschuss leicht und sank um 5,1 Milliarden Euro im Vergleich zu 2018.
Nach deutlichen Wachstumsraten in den vergangenen Jahren, wirkte sich die weltwirtschaftliche Eintrübung in Folge der Handelskonflikte auf die Wachstumsgeschwindigkeit negativ aus. Im Jahr 2018 hatte das Wachstum des Exportvolumens noch bei 3,0 Prozent gelegen, im Jahr davor sogar bei 6,2 Prozent. Der Warenimport war ebenfalls deutlich von den Verwerfungen in der Weltwirtschaft und einer Zurückhaltung bei Investoren und Verbrauchern betroffen, und sank um 4,2 Prozent im Vergleich zu 2018 und um 6,6 Prozent zum Jahr davor. Damit setzte sich der Trend aus den Vorjahren fort, wonach die Weltwirtschaft und die einzelnen Volkswirtschaften deutlich an Dynamik einbüßten.
Die Leistungsbilanz der deutschen Volkswirtschaft konnte dagegen zulegen und belief sich im Jahr 2019 auf 266,2 Milliarden Euro. Gegenüber dem Jahr 2018 bedeutet dies einen Zuwachs von 20,2 Milliarden Euro. Die Leistungsbilanz ist eine wichtige Kennzahl der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft und umfasst alle Einnahmen und Ausgaben einer Volkswirtschaft. Neben den Werten des Ex- und Imports spielen hierfür auch die Dienstleistungsbilanz, die Bilanz der Erwerbs- und Vermögenseinkommen, sowie die Bilanz der laufenden Übertragungen eine Rolle. Der Wert der gesamten in Deutschland erbrachten Dienstleistungen sank im Jahr 2019 um 21,7 Milliarden Euro, während die Erwerbseinkommen um insgesamt 97,8 Milliarden Euro zunahmen. Der Wert der Vermögenseinkommen war dagegen rückläufig und sank um 47,4 Milliarden Euro.
Der wichtigste Handelsraum für die deutsche Wirtschaft bleiben die EU-Mitgliedstaaten und der gemeinsame Wirtschaftsraum in Europa. Im Jahr 2019 exportierten deutsche Unternehmen Waren und Dienstleistungen in einem Gesamtvolumen von 777,3 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum exportierten die anderen EU-Staaten Waren und Dienstleistungen im Wert von 631,3 Milliarden Euro nach Deutschland. Damit zeichnete sich zum ersten Mal seit Jahren ein Rückgang des Handelsvolumens mit den EU-Staaten ab. Der Exportwert stagnierte und sank leicht um 0,2 Prozent. Im Gegensatz hierzu konnten die EU-Partner ihre Exporte nach Deutschland um 1,3 Prozent steigern. Eine ähnliche Tendenz weisen die Zahlen auf, wenn sie auf die Staaten der Eurozone bezogen werden. Hier konnte die deutsche Wirtschaft Waren und Dienstleistungen im Wert von 491,8 Milliarden Euro absetzen, während die Euro-Staaten einen Importwert von 409,1 Milliarden Euro nach Deutschland erzielten.
In Drittstaaten außerhalb der EU wurden im Jahr 2019 ein Gesamtvolumen des Exports von 550,3 Milliarden Euro erzielt, während der Import auf 472,8 Milliarden Euro stieg. Der vor allem von den USA monierte deutsche Handelsüberschuss, erhöhte sich im Jahr 2019 gegenüber Drittstaaten, weil der Export um 2,2 Prozent anstieg, während die gleichzeitigen Importe aus Drittstaaten nur um 1,6 Prozent zunahmen.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix