Der Dieselskandal zeigt Wirkung auf dem Neuwagenmarkt. Die Zahl der verkauften Dieselfahrzeuge sinkt.

Die Dieseltechnologie ist auf dem deutschen Automarkt auf dem Rückzug. Wie das Center Automotive Research (CAR) in einer Studie feststellt, haben die Automobilhersteller seit 2015 ihr Dieselsortiment deutlich verkleinert. Bisher war es üblich, jedes Automodell in einer oder mehreren Dieselvarianten anzubieten. Bei 24 Modellreihen wurde in den letzten Jahren diese Varianten gestrichen. Für 40 weitere Modellreihen sind die Verkaufszahlen derart eingebrochen, dass die Autoexperten der Universität Duisburg-Essen mit einer baldigen Einstellung des Baus der Diesel-Varianten rechnen.
Ein besonders auffälliges Beispiel ist das Modell Fiat 500L. Bis zum Dieselskandal waren fast die Hälfte der zugelassenen Neuwagen mit der Dieseltechnologie ausgestattet. In diesem Jahr sank der Dieselanteil auf 7,6 Prozent. Auch die deutschen Hersteller sind von einem ähnlichen Trend betroffen. Bei dem Kleinwagenmodell von Audi, dem Audi A1, waren im Jahr 2015 noch etwa 30 Prozent der Neuwagen Dieselfahrzeuge. Die neuesten Zulassungszahlen zeigen eine dramatische Entwicklung. Es wurden überhaupt keine Dieselvarianten mehr verkauft. Ähnlich sieht es bei dem Sportmodell Audi TT aus. Auch hier belegen die neuesten Zahlen das nahezu völlige Verschwinden der Dieseltechnologie. Der Autoexperte und Leiter des CAR, Ferdinand Dudenhöfer, geht davon aus, dass mindestens eine Verkaufsquote von 10 Prozent erreicht werden muss, damit sich ein eigenes Dieselmodell rechnet. Unter 10 Prozent lohnt eine Diesel-Variante nicht mehr und sie wird aus dem Sortiment verschwinden. Dudenhöfer prognostiziert in den nächsten Jahren das allmähliche Verschwinden des gesamten Dieselsortiments. Diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten, der Diesel wird vom Markt verschwinden, ist sich der deutsche Autoexperte Nummer eins sicher. Der Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) bestätigte diese Entwicklung und monierte, dass der Diesel als alternativer Antrieb fast vom Markt verschwunden sei. Dieser Prozess verstärkt sich selbst. Der ZDK sieht diese Entwicklung insbesondere bei Kleinwagen und Sportmodellen. Aber auch bei SUV aller Bauart wird sich eine ähnliche Entwicklung ergeben, ist der ZDK-Vorstand Dirk Weddingen überzeugt.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix