Marco Michael Wanda, Sänger der österreichischen Wanda-Band hat sich als jugendlicher Fan in Wien für Jürgen Klinsmann geprügelt.

Dem „Zeitmagazin“ sagte der Sänger Marco Michael Wanda, dass er einige Zeit von einer Karriere als Fußballprofi geträumt habe. Um diesen Traum verwirklichen zu können, habe er begonnen, in seinem damaligen Kinderzimmer „wie ein Verrückter“ zu trainieren.

Seinerzeit sei er im Besitz eines Trikots von Jürgen Klinsmann gewesen, das er regelmäßig beim Spielen in einem Wiener Park trug. Dafür, meint Wanda schmunzelnd, habe er mit Regelmäßigkeit Prügel bezogen. Nichts aber habe ihn davon abhalten können, weiterhin sein geliebtes Trikot zu tragen. Um das Klinsmann-Trikot habe er damals gekämpft, als ginge es um sein Leben.

Allerdings sei in ihm irgendwann die Erkenntnis gereift, dass seine fußballerischen Talente für eine Tätigkeit in der Champions League nicht ganz ausreichen würden. Deshalb habe er schließlich damit begonnen, seinen „Träumen von der Musik“ nachzugehen.

Ich träumte davon, erzählt der Musiker, auf bestimmten Bühnen zu singen, auf denen ich später tatsächlich aktiv geworden bin. Die Musik habe ihm geholfen, seine „jahrzehntelange Anspannung“ erfolgreich zu überwinden.

Zwei Jahrzehnte, so gesteht sich Wanda ein, sei er stets mit einer gewaltigen inneren Anspannung unterwegs gewesen. Immer habe er das Gefühl verspürt, dass ihm im Leben irgendetwas Wichtiges fehle, nämlich eine sinnvolle Aufgabe innerhalb der Gesellschaft.

In seiner Kindheit und Jugend habe ihn das Bewusstsein begleitet, dass die von seinen Eltern ausgeübten Tätigkeiten von Sinnhaftigkeit geprägt waren. Für sich selbst jedoch erkannte er selbstkritisch, dass er, Marco Michael Wanda über zehn Jahre hinweg „nur gekifft“ und über eine lange Zeit gerade eben nichts Sinnhaftes getan habe.

Als unerlässliche Voraussetzung von „Sinn“ definiert Wanda, dass das eigene Handeln dem Nutzen anderer und nicht nur dem Eigennutz dient. In seinem früheren Leben habe er es nie vermocht, meint Wanda rückblickend, mit einer geregelten Berufstätigkeit die Miete für seine Wohnung aufzubringen. Überall sei er „rausgeflogen“.

Mittlerweile aber sei seine „jahrzehntelange Anspannung“ wie verflogen. Wanda empfindet es heute als geradezu merkwürdig, wenn er sich darüber bewusst wird, dass er sich erst dann zu entspannen begann, als er in der Öffentlichkeit bekannt wurde und in der Folge mit seiner Musik den Lebensunterhalt bestreiten konnte.

Am liebsten würde Marco Michael Wanda sein jetziges Leben in einer Band für alle Zeit so fortführen, wie er es jetzt erlebt. Und doch ist er sich bewusst, dass seine Musikgruppe eine Rockband ist, die irgendwann ihren unvermeidlichen Niedergang erleben wird.

Redaktion poppress.de, A. Camus