Bundesagrarministerium bereitet ein Glyphosat-Verbot für den privaten Gebrauch für 2020 vor.

Nachdem die Initiativen von Umweltverbänden zu einem Gesamtverbot des Pflanzenschutzmittels Glyphosat gescheitert sind und auch im europäischen Rahmen keine Mehrheit für ein Verbot gefunden werden konnte, hat das Bundesagrarministerium ein Glyphosat-Minderungsstrategie in Aussicht genommen. Wir wollen den Einsatz des Pflanzenschutzmittels systematisch reduzieren, heißt es in einer Antwort des Ministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion. Hierzu beabsichtigt das Ministerium eine Änderung der Pflanzenschutz-Anwenderverordnung. Laut Uwe Feiler, Parlamentarischer Staatssekretär, befindet sich die Änderungsverordnung bereits im ministerialen Abstimmungsverfahren.
In der Antwort des Ministeriums, die dem „Nachrichtennetzwerk Deutschland“ vorliegt, wird ein Verbot des Privatgebrauchs noch für das Jahr 2020 angekündigt. Damit soll ein Vorhaben umgesetzt werden, das die Bundesregierung bereits seit vier Jahren plant. Das Pflanzenschutzmittel ist aufgrund seiner Nebenwirkungen seit einigen Jahren heftig umstritten. In wissenschaftlichen Untersuchungen wurde ein Zusammenhang von Glyphosat-Einsatz und Krebserkrankungen nachgewiesen. In Frankreich besteht ein Verbot des Privateinsatzes bereits seit über einem Jahr, während der Einsatz in der Landwirtschaft weiterhin erlaubt bleibt. Frankreich ist sogar noch einen Schritt weiter gegangen und hat einen allgemeinen Einsatz von Pestiziden in Privatgärten untersagt. Aufgrund der Negativschlagzeilen von Glyphosat und des öffentlichen Drucks durch Umweltverbände, denkt der Glyphosat-Hersteller Bayer derzeit laut über eine Einstellung der Produktion nach.
Für den Agrarexperten der Grünen, Harald Ebner, geht die Initiative des Bundesagrarministeriums nicht weit genug. Das Privatverbot hätte schon seit mehreren Jahren durchgesetzt werden müssen, und auch der landwirtschaftliche Einsatz muss untersagt werden. Nach einem Entscheidungsprozess von vier Jahren, bezweifelt der Grünen-Politiker allerdings, dass die Ankündigungen des Ministeriums tatsächlich zu Aktionen führen werden. Es gibt keine rationalen Gründe für diese Verzögerung von vier Jahren, beklagt sich der Grünen Agrarexperte gegenüber dem „Nachrichtennetzwerk Deutschland“. Es ist absolut unbegreiflich, dass derartige Mittel für einen privaten Gebrauch überhaupt freigegeben sind. Niemand kann garantieren, dass diese Mittel im Kleinrahmen sachgemäß angewendet werden. Die Laien sind doch mit einem derartigen Mittel überfordert. Eine Gefährdung der Anwender selbst, der Umwelt und aller Anwohner ist hier fast zwangsläufig. Allerdings sehen die Grünen in dem geplanten Verbot einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung, der jetzt mit aller Konsequenz schnell in gültiges Recht umzusetzen ist. Das Hauptproblem ist allerdings die kommerzielle Anwendung in der Landwirtschaft. Und hieran getraut sich die Agrarministerin Glöckner (CSU) nicht. Die Agrarinteressen sind zu stark, bezweifelt der Grünen-Experte.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix