ProSieben räumt Mehrfachdreh von Szenen ein, bestreitet aber die Fake-Vorwürfe des NDR.

Nachdem in der NDR-Sendung „STRG_F“ von gefakten Szenen in dem ProSieben Unterhaltungsformat „Joko und Klaas“ berichtet wurde, wehrt sich der Sender in einer Pressemitteilung. Es entspricht den Tatsachen, dass für die Einspielfilme in der Sendung „Joko und Klaas“ nicht ausschließlich spontan entstandene Szenen verwendet werden, räumt ProSieben ein. Zum Dreh werden auch Teilnehmer gezielt ausgesucht und angeworben, um genügend Material zur Verfügung zu haben. Diese Teilnehmer erklären sich bereit, sich filmen zu lassen, sie wissen aber definitiv nicht, was beim Dreh auf sie zukommt. Das Element des Spontanen wird also nicht außer Kraft gesetzt, rechtfertigt sich der Sender.
Die Aufnahmen zur Sendung erfolgen unter Berücksichtigung der höchsten Sicherheitsstandards. Aus rechtlichen und ethischen Gründen, sei die Hinnahme eines reale Gefahrenpotentials nicht legitim, so der Sender. Die reale Gefahr und die subjektiv erfahrene seien zwei unterschiedliche Seiten. Die Reaktion der Protagonisten sie als für sie als Personen real, unterstreicht ProSieben. Allerdings relativiert das Sicherheitsbackup den Anspruch der Sendung und Szenen, wie den verweigerten Bungee-Sprung von Joko. Das NDR-Format hatte sich unter anderem die Sendung „Late Night Berlin“ vorgenommen, in der ein Einspielfilm zum Thema Fahrraddiebstahl zu sehen war. Dieser Beitrag wurde nachweislich mehrfach gedreht, bis die Fernsehversion stand. ProSieben reagiert auf diesen Vorwurf mit dem Hinweis, dass der Beitrag keine authentische Situation darstellen sollte, sondern auf eine humorvolle Themensensibilisierung hin konzipiert wurde. Der Beitrag hat seine Aufgabe vollständig erfüllt und auch die Berliner Polizei sei im Nachhinein zufrieden gewesen. Wenn ein Beitrag abgedreht ist, müssen häufig aus fernsehtechnischen Gründen Szenen nachgedreht werden. Dies geschieht dann entweder mit den ursprünglichen Protagonisten und deren Einverständnis, oder mit Ersatzpersonal. ProSieben entschuldigt sich in der Stellungnahme dafür, dass diese Satire als solche nicht ausdrücklich zu erkennen gewesen wäre. Für alle, die einen Feuerschlucker, eine vier Meter große Frau und einen Kirchenchor für eine authentische Kulisse halten, werden wir das nächste Mal einblenden, dass es sich um eine Satire handelt, so ProSieben.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix