Eine Umfrage des Carbon Disclosure Project (CDP) belegt eine Vorreiterrolle deutscher Unternehmen in Europa in Bezug auf Klimainvestitionen.

Das Carbon Disclosure Project (CDP) führt seit dem Jahr 2000 Umfragen zur Klimadatenerfassung unter globalen Großunternehmen durch. In Europa beteiligten sich 900 Unternehmen an der Datenerhebung. Das Gesamtvolumen der Investitionen europäischer Unternehmen zur Verringerung des CO2- Ausstoßes, belaufen sich auf 124 Milliarden Euro. Den größten Anteil hiervon tragen mit 44,4 Milliarden Euro tragen deutsche Konzerne, wie Adidas, BMW, SAP, die Deutsche Bahn, Eon und VW. Die Daten der Non-Profit-Organisation sollen eine Grundlage für Anleger bieten, die ihr finanzielles Engagement an einer klimafreundlichen Unternehmenspolitik orientieren. CDP will die Rolle einer nachhaltigen Wirtschaftsweise in den zukünftigen Investitionsentscheidungen steigern, und sieht die Macht dazu vor allem auf Seiten der Aktionäre.
Das global bedeutendste Investmentunternehmen, Blackrock, betonte in einer Marktanalyse vor kurzem die wachsende Bedeutung der Unternehmensinitiativen im Bereich Umwelt und Klima. Die US-Analysten kommen zu dem Schluss, dass der Nachhaltigkeitsfaktor zukünftig zu einem entscheidenden Investitionskriterium werde. Die Botschaft der Non-Profit-Organisation CDP ist unter deutschen Aktionärsvertretern angekommen. Christiane Hölz, Geschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Nordrhein-Westfalen, betonte die Wichtigkeit des Themas Nachhaltigkeit für Unternehmen und Anleger in den im Jahr 2020 anstehenden Hauptversammlungen vor allem der DAX-Unternehmen.
Die Datenerhebung des CDP ergibt allerdings eine Fokussierung des Klimaengagements der Unternehmen auf die Bereiche Rohstoffe, Energie und Transport. Die Konzerne investieren demnach in erster Linie in einen Umbau der Energieversorgung zugunsten regenerativer Energien und in die Entwicklungen in der Elektromobilität. Die derzeitigen Investitionen in eine klimaneutrale Unternehmensbilanz, besitzen laut CDP ein Einsparpotential von etwa 2,4 Gigatonnen CO2. Dies käme den jährlichen Emissionen der gesamten Volkswirtschaften von Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Polen gleich. Allerdings verweist die Organisation darauf, dass Investitionen in doppelter Höhe notwendig wären, wenn Europa seine selbstgesteckten Klimaziele erreichen wolle. Darüber hinaus stellte CDP einen Rückgang der Klimainvestitionen im Vergleich zum Jahr 2018 fest und forderte hier eine Trendwende.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix