In 20 Prozent aller Gemeinden Deutschlands wurden Mitarbeiter und Amtsträger in Ausübung ihrer Tätigkeit bereits einmal Opfer physischer Gewalt.

Eine Befragung der Zeitschrift „Kommunal“, die durch das ARD-Magazin „Report München“ in Auftrag gegeben wurde, ergab, dass Repräsentanten der Gemeinde in einem Fünftel aller deutschen Kommunen schon einmal gewalttätig attackiert wurden. Damit erhöhte sich die Anzahl der Städte und Gemeinden, in denen es zu physischen Übergriffen auf Amtsträger kam, binnen Jahresfrist auf mehr als das Doppelte.

Vor einem Jahr gaben bei einer gleichlautenden Umfrage des Magazins „Kommunal“ neun Prozent aller Gemeinden zu Protokoll, dass ihre Bürgermeister, Stadträte oder Mitarbeiter der Kommune tätlich angegriffen wurden. Diese Ziffer stieg nunmehr drastisch auf 20 Prozent an. Neun Prozent aller 11.000 Stadtoberhäupter haben nach der „Kommunal“-Erhebung bereits Erfahrungen mit gewalttätigen Übergriffen gemacht. Auch Gemeinde- und Stadträte sowie Mitarbeiter der Stadtverwaltungen werden immer wieder zum Ziel körperliche Angriffe durch Mitbürger. Während kleinere Gemeinden zu acht Prozent von Gewalttaten auf ihre Vertreter betroffen waren, klagt mit 32 Prozent fast ein Drittel aller Großstädte über Attacken.

Zudem wurden städtische Repräsentanten in 70 Prozent der Gemeinden im persönlichen Kontakt beleidigt oder bedroht. Ferner sehen sich Vertreter von Kommunen konkret formulierten Drohungen in Briefform, Beschimpfungen auf Social-Media-Plattformen und Hassbotschaften enthaltenden E-Mails ausgesetzt. In Großstädten mit über 100.000 Einwohnern erklärten 80 Prozent aller kommunalen Mitarbeiter laut der Umfrage von „Kommunal“, dass sie derartige Vorkommnisse bereits miterlebt hätten.

Die Zeitschrift „Kommunal“ befragte in Kooperation mit Forsa, der in Dortmund ansässigen Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen, zwischen dem 19. Februar und dem 2. März 2020 2.494 Bürgermeister deutscher Städte.

Redaktion poppress.de, A. Camus