Die „taz“, der SPIEGEL, der Tagesspiegel und weitere Medien berichten am 14. Januar 2019, dass der Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen einstimmig zum Ergebnis gekommen sei, die Kommission abzusagen, die eine Haltung der Partei zur Homöopathie formulieren sollte. Das Thema schwelt schon seit geraumer Zeit in der Partei, in der es starke Fürsprecher und Gegner der alternativen Medizin gibt. Nun legte sich der Parteivorstand darauf fest, dass die geplante Kommission weder vertrauensvoll noch erfolgreich arbeiten könne.

Der Vorstand von Bündnis 90/Die Grünen nennt für seinen Beschluss einen sehr guten Grund: Es seien Informationen aus mehreren internen Vorgesprächen durchgestochen worden. Das passe andererseits zur polemischen und aggressiv geführten Debatte um das Thema. Dass einzelne Parteimitglieder sich gegenüber verschiedenen Medien geäußert hatten, habe man schon vor dem Parteitag in Bielefeld (November 2019) festgestellt. Die publizierten Informationen stammten demnach aus vertraulichen Gesprächen. Das mache die Arbeit der geplanten Kommission obsolet.
Der Vorstand der Partei zieht nun die Beschlussfassung zum Thema Homöopathie an sich. Damit folgt er einem Auftrag seines Parteitags: Die Grünen wollen sich zu einem ethischen und gleichzeitig wissenschaftsbasierten Gesundheitssystem positionieren und müssen daher ihre Haltung zur Homöopathie klären. Diese hat zwar in der Allgemeinheit ebenso wie in der Partei viele Anhänger und gleichzeitig erbitterte Gegner, doch gegenwärtig werden homöopathische Medikamente größtenteils von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Es gilt nun, zu diesem Fakt Stellung zu beziehen. Wenn Homöopathie wirkt, wäre ihre Erstattungsfähigkeit in Ordnung. Wenn sie aber nicht wissenschaftlich belegbar über den Placeboeffekt hinaus wirkt, würden etliche Millionen an Versicherungsgeldern auf diesem Sektor verschleudert. Der Bundesvorstand der Partei will daher die programmatische Arbeit in die eigene Hand nehmen, jedoch die Mitglieder der geplanten Kommission durchaus inhaltlich mit einbeziehen. Diese war immerhin hochkarätig besetzt: Die Leitung wollte der Grünen-Parteichef Robert Habeck übernehmen.

Redaktion poppress.de