Laut Renate Künast muss es bei der Diskussion um artgerechte Tierhaltung um mehr als nur die Finanzierung gehen.

Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte die Grünen Politikerin, das Thema Geld dürfe nicht die Oberhand gewinnen. Schließlich gehe es darum, wie zukünftig deutsche Ställe konzipiert werden sollten.
Künast fordert ein überzeugendes Gesamtkonzept. Dieses beinhalte auch eine Kennzeichnung von Produkten über das Wohl der Tiere. In solch einer Kennzeichnung sieht Künast eine Voraussetzung dafür, den Umbau von Ställen überhaupt erst vorantreiben zu können. Künast sprach von einer „gesellschaftlich erloschenen Betriebserlaubnis“ für die Mehrzahl von Ställen, die heute noch in Betrieb sind. Der Hintergrund, vor dem über bessere Bedingungen für Tiere diskutiert werde, sei die öffentliche Meinung. Laut der ehemaligen Bundeslandwirtschaftsministerin gibt es für die herkömmliche Art der Tierhaltung keinen Rückhalt mehr in der Bevölkerung. Fazit sei: Wenn den Tieren mehr Platz eingeräumt werde, könnten zukünftig auch weniger Tiere gehalten werden. Künast bezeichnete es als unfair, Gastwirten nicht reinen Wein einzuschenken. Tierhaltung in diesem Umfang werde zukünftig einfach nicht mehr benötigt. Ferner wies Künast darauf hin, dass nicht nur rechtliche Fragen zu klären seien. Gerade auf Verpackungen sei Transparenz darüber angezeigt, welche Lebensbedingungen Tiere eigentlich hätten. Herkunft und Haltung aller Tiere sei zukünftig ein Gebot auf verpacktem Fleisch. Wenn die Herkunft des Tieres gekennzeichnet sei, könne der Käufer sehen, wie klimafreundlich sein Fleisch produziert worden ist. Es mache doch einen Unterschied, ob ein Steak aus Norddeutschland oder Südamerika komme. Nur mit der bestmöglichen Transparenz habe der Verbraucher die freie Wahl. In der Pflicht sieht die Grünen-Politikerin auch die Gastronomie. Es sei dann nicht mehr so einfach, Gästen günstiges Fleisch zu servieren, das von weither importiert worden sei. In das gleiche Horn stößt die Umweltorganisation Greenpeace. Die Organisation plädiert pro einem Kilogramm Fleisch für eine Tierwohlabgabe von bis zu 50 Cent. Sie nannte diesen Vorschlag als Beispiel dafür, wie eine für das Tier artgerechte Haltung finanziert werden kann. Die Diskussion um tiergerechte Haltung war zu Beginn des Jahres von Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast angestoßen worden. Auf Otte-Kinast geht die Idee zurück, den Umbau und damit verbesserte Bedingungen bei der Tierhaltung über eine zusätzliche Abgabe zu finanzieren.

Redaktion poppress.de, A & Omega