Laut ZDF-Politikbarometer bleibt die politische Stimmung in Deutschland stabil

Trotz der angespannten außenpolitischen Lage durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran bleibt zeigt sich die politische Landschaft in Deutschland nahezu unbeeindruckt. Auch die Klimapolitik, die durch die Buschbrände in Australien wieder verstärkt in den Focus geraten ist, zeigt keine größeren Auswirkungen auf das abgefragte Wahlverhalten der Bundesbürger.
Lediglich die Sozialdemokraten verzeichnen laut der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen einen leichten Anstieg um einen Prozentpunkt auf jetzt 14%. Das neue Führungsduo der SPD löst bei den SPD-Anhängern keine Euphorie aus, während der Rest der Wähler auf den propagierten Politikwandel kaum reagiert. Die Liberalen verlieren einen Prozentpunkt in der Wählergunst, auf aktuell 7%.
Die restlichen Parteien verzeichnen gegenüber dem Vormonat keine Veränderung. Die Union kann sich bei 27% stabilisieren, während die Grünen ihre Position als zweite Kraft in Deutschland festigen können und auf 23% der Stimmen kommen. Die AfD stagniert auf hohem Niveau bei 14%, die Linke bekommt 9%.
Damit gibt es auch bei den Optionen für eine Regierungsbildung nach den Bundestagswahlen im Jahr 2021 keine entscheidenden Verschiebungen. Die einzige Zweierkoalition, die eine rechnerische Mehrheit besitzt, ist eine Koalition aus Union und Grünen. Als Alternative zu Schwarz-Grün, fällt bei der derzeitigen Stimmenverteilung ein Regierungsbündnis Grün-Rot-Rot aus.
Der Höhenflug der Grünen provoziert die Frage nach der zukünftigen Entwicklung der Ökopartei. Die Befragten halten eine Orientierung der Grünen an der politischen Mitte für vielversprechend. Mit 53% der Befragten stimmt die Mehrheit der Wähler für eine Positionierung der Grünen in der Mitte. Überraschenderweise sehen auch die grünen Anhänger die Zukunft ihrer Partei dort. 46% der Grünen-Wähler stimmen der Mitte-Option zu. Eine Neuausrichtung nach Links sehen nur 10% der Wähler gesamt und der eigenen Wählern als erfolgversprechende Option an. Keinen Grund für eine Veränderung der erfolgreichen Parteistrategie sehen bei den Grünen-Wählern immerhin 42% der Befragten. Bei den Gesamtwählern sind dies immerhin auch 29%. Der verbleibende Rest möchte sich in dieser Frage nicht festlegen.
Bei der Frage, ob die Grünen in der Lage und fähig sind eine zukünftige Bundesregierung zu führen und den Bundeskanzler zu stellen zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Grünen-Wählern und dem Gesamtergebnis. Trotz der zuvor angesprochenen Aktualität der Klimapolitik trauen nur 36 der Befragten den Grünen zu, eine Führungsrolle einzunehmen. Bei den Grünen-Wählern sind dies beeindruckende 71%, die ein grünes Bundeskanzleramt als erstrebenswert sehen und ihrer Partei den Übergang in die Macht zutrauen. Die Basis der Befragung der Forschungsgruppe Wahlen, umfasste eine repräsentativ ausgewählte Gruppe von 1.282 Wahlberechtigten, die in Telefoninterviews befragt wurden.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix