Ehemalige Parteimitglieder der AfD beklagen einen Rechtsruck und die interne Machtübernahme durch radikale Gruppierungen.

Die AfD ist mit einer Austrittswelle von Funktions- und Mandatsträgern konfrontiert, die eine zunehmende Radikalisierung der Inhalte und einen inhumanen innerparteilichen Umgang beklagen. Seit dem Jahr 2017 haben allein fünf Abgeordnete die Bundesfraktion der AfD verlassen. In den Landes- und Kommunalparlamenten, muss die Partei immer mehr Parteiaustritte und Amtsniederlegungen verzeichnen. Ein Artikel der Wochenzeitung „Die Zeit“ setzt sich aktuell mit den Motiven und Aussagen der Aussteiger auseinander.
Das frühere Mitglied der AfD-Bundesfraktion, Uwe Kamann, äußert im „Zeit“-Interview erhebliche Bedenken gegenüber seinen ehemaligen Parteifreunden. Wenn diese Partei in die politische Verantwortung käme, würde ich das für sehr gefährlich halten, so Kamann. Noch sind in der Parteiführung auch Personen, die Argumenten zugänglich sind und versuchen eine vernünftige Politik zu machen. Aber die Mehrheit benutzt inzwischen das Image der Partei, um die eigenen fragwürdigen ideologischen Ziele umzusetzen. Neben diesen „Wölfen im Schafspelz“ hat sich ein Klima des Wegschauens entwickelt, das viele dazu bringt, sich mit der neuen ideologischen Ausrichtung zu arrangieren, fügt das frühere Mitglied des Bundesvorstands, Dirk Driesang, hinzu. Der ehemalige Vorsitzende der bayrischen Landtagsfraktion, Markus Plenk, geht in seiner Kritik noch einen Schritt weiter. Im Falle einer Machtübernahme durch die AfD, stellt sich für mich eindeutig die Frage, ob ich noch in diesem Land leben könnte, so Plenk. In den sieben Jahren ihres Bestehens, habe die Partei einen kontinuierlichen Prozess der Radikalisierung durchgemacht, für den der Vorsitzende der Thüringer AfD-Landtagsfraktion, Björn Höcke, mit verantwortlich sei. Die parteiinterne Organisation „der Flügel“ unter Höcke, habe längst kritische Stimmen zum Verstummen gebracht und die Machtpositionen besetzt. Die Mittel zur Gleichschaltung der Partei Manipulation und Lüge. „Der Flügel“ setze seine Perspektive ohne Hemmungen mit allen Mitteln durch. Der parteiinterne Umgang mit Kritikern umfasst Drohungen, Beleidigungen und körperliche Übergriffe. Das ist schon kriminell, was hier abläuft, so Kamann. Den Weg in das rechtsradikale Lager, beschreibt auch der ehemalige Parteivorstand von Mecklenburg-Vorpommern, Lars Löwe. Wenn ich mir den Internet-Auftritt der Partei und die Inhalte der Diskussionsforen anschaue, weiß ich nicht mehr, ist das noch die AfD, oder ist das schon die NPD, so Löwe gegenüber der „Zeit“.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix