Der als „Gender Pay Gap“ bezeichnete Unterschied in der Entlohnung von Männern und Frauen um einen Prozentpunkt gesunken.

Der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen liegt derzeit bei 17,72 Euro und damit um 4,44 Euro unter dem Durchnittsstundenlohn bei Männern, die im Jahr 2019 auf 22,26 Euro kamen. Damit reduzierte sich der Gehaltsunterschied um knapp einen Prozentpunkt. Der „Gender Gap“ fällt in den neuen Bundesländern deutlich niedriger aus, als in Westdeutschland. Während im Osten der Unterschied stabil bei 7 Prozent verharrte, verringerte er sich in Westdeutschland um ein Prozent auf aktuell 21 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist der Langzeittrend für das gesamte Bundegebiet konstant. Der Geschlechterunterschied nimmt kontinuierlich, aber langsam ab. Im Jahr 2014 hatte der „Gender Pay Gap“ noch bei 22 Prozent gelegen. Als Gründe für die Gehaltsunterschiede nennt das Statistische Bundesamt die weiterhin bestehende überproportionale Beschäftigung von Frauen in Niedriglohnsektoren. Frauen erreichen überdies seltener Führungspositionen. Im Weiteren sind Frauen häufiger auf Teilzeitstellen und Minijobs beschäftigt, die durchschnittlich schlechter bezahlt sind. Für das Jahr 2018 wurde für Frauen zwischen 20 und 64 Jahren bei einer Arbeitsmarkterhebung eine extrem hohe Beschäftigung im Teilzeitsektor festgestellt. Fast die Hälfte der Frauen (47 Prozent) arbeitet nicht in Vollzeit. Bei den Männern lag der Prozentsatz der Teilzeitbeschäftigten nur bei 9 Prozent. Die Teilzeitmodelle bei Frauen sind laut Statistischem Bundesamt eine Reaktion auf familiäre und persönliche Verpflichtungen. Bei 31 Prozent der betroffenen Frauen, liegt die Ursache in der Betreuung von Kindern oder Pflegedürftigen zu Hause. 17 Prozent der Frauen gaben andere persönliche Gründe für die Beschäftigung in Teilzeit an. Bei einer statistischen Bereinigung des Teilzeitfaktors, bleibt ein „Gender Pay Gap“ von 6 Prozent. Bei einem identischen Arbeitszeitmodell und einer vergleichbaren Tätigkeit mit äquivalenter Berufsqualifikation, verdienen Frauen immer noch um diese 6 Prozent weniger in der Stunde als Männer. Allerdings schränkt das Statistische Bundesamt diese Berechnung in ihrer Gültigkeit ein, da nicht alle Informationen zu Verfügung standen. Nach einer Einberechnung von externen Einflüssen, wie Informationen zu Erwerbsunterbrechungen, zum Beispiel aufgrund von Familienzeiten, würde sich dieser Wert, laut Statistischem Bundesamt, nochmals deutlich verringern.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix