SPD sieht die Bürger in der aktuellen Krise in der Pflicht zu einem „vernünftigen und solidarischem“ Handeln, um den Erfolg der Eindämmungspolitik zu ermöglichen.

Der überwiegende Teil der Bevölkerung verhält sich der Krise angemessen und hält sich an die Vorgaben zur Eindämmung der Corona-Pandemie. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sieht allerdings bei einer Minderheit die Tendenz zu einer „Nach-uns-die Sinnflut-Mentalität“. Wenn ich sehe, dass es aktuell Corona-Partys gibt und Menschen sich weiterhin in größeren Gruppen in Parks treffen, stelle ich mir die Frage, ob sie wirklich die Reichweite der Bedrohung unserer Gesellschaft erkannt haben. Nur, wenn wir uns alle adäquat verhalten, können wir noch weitergehende Einschränkungen unserer Bewegungsfreiheit vermieden, appelliert Klingbeil gegenüber der RTL/n-tv-Redaktion. Jeder muss individuell Verantwortung für die Absicherung der Hochrisikogruppen übernehmen. Wir können die Verantwortung nicht an die Politik, die Wirtschaft oder die Medien übertragen. Jeder muss sich für sich selbst und sein Verhalten Rechenschaft ablegen. Es ist nicht akzeptabel, dass Menschen jetzt die Supermärkte stürmen und Waren horten und damit die Versorgung Aller gefährden. Die Versorgung ist gewährleistet, versichert der SPD-Politiker. Wenn die Bundesregierung zu radikalen Maßnahmen greift, wie der Grenzschließung, dann ist dies keine Rückkehr zum Nationalstaat und ein deutscher Alleingang, sondern eine koordinierte Schutzmaßnahme. Auch unpopuläre Entscheidungen müssen von der Politik in der aktuellen Krise umgesetzt werden. Wenn nötig auch gegen den Widerstand von Minderheiten, betont Klingbeil. Europa bleibt unser Bezugspunkt und nach einem Abklingen der Pandemie sind wir mehr denn je auf ein starkes Europa angewiesen. Das Vorgehen von US-Präsident Trump gegenüber der Pandemie, ist ein absolutes Negativbeispiel. Statt Kooperation setzt der Präsident auf Spaltung und spricht von einem chinesischen oder ausländischen Virus, kritisiert der SPD-Generalsekretär. Die USA werden sich nicht gegen eine Pandemie abschotten können. Europa muss ein positives Signal setzen und als Staatengemeinschaft zusammenhalten. Wir werden nur als gemeinsam handlungsfähig bleiben, plädiert Klingbeil im Interview mit der RTL/n-tv-Redaktion. Europa wird aus dieser Krise gestärkt hervorgehen und kann ein Beispiel für ein global verantwortliches Handeln sein. Unser individuelles und kollektives Verhalten in der aktuellen Krise wird zu Handlungsmodellen führen, mit denen wir auch die anderen existenzieller Probleme der Zukunft angehen und lösen können, zeigt sich der SPD-Politiker überzeugt.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix