Bernd Althusmann (CDU) dementiert Versorgungslücken für die Bevölkerung bei Lebensmitteln und Hygieneartikeln.

Das Phänomen von Hamsterkäufen bei Lebensmitteln und Hygieneartikeln ist angesichts der akuten Corona-Krise psychologisch nachvollziehbar, aber nicht gerechtfertigt. Es gibt keine Engpässe in der Versorgung, aber durch unkontrolliertes Horten, kann es punktuell zu Lücken kommen, warnt der Niedersächsische Wirtschaftsminister, Bern Althusmann in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Der CDU-Politiker appelliert an die Vernunft und Verantwortung der Bürger. Es gibt keinen rationalen Grund für eine Bevorratung für Artikel des täglichen Bedarfs. Dieses Verhalten ist nicht nur unnötig, sondern auch unsolidarisch gegenüber allen Anderen. Die Versorgung der Bevölkerung hat Priorität und ist in keiner Weise gefährdet. Niemand braucht einen Jahresvorrat an Toilettenpapiere oder ein Regal voll von Nudeln, betont Althusmann.
Niedersachsen setzt in dieser Ausnahmesituation auf die Einsicht der Bürger und hofft auf eine allgemeine Umsetzung der staatlichen Empfehlungen, vor allem auf eine Selbstbeschränkung bei den Sozialkontakten und den besonderen Schutz von Hochrisikogruppen. Wir werden alles tun, um die Verhängung von Ausgangssperren wie in Frankreich oder Belgien zu verhindern, bestätigt der CDU-Landespolitiker. Aber niemand könne derzeit verlässliche Prognosen zur weitern Entwicklung und Ausbreitung des Coronavirus geben. Deshalb müsse sich die Politik alle Optionen offenhalten. Wenn die Infektionswelle sich derart fortsetze, könne es auch zu weitergehenden Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Bürger kommen. Für sein Ressort sieht der Wirtschaftsminister erhebliche Belastungen voraus. Viele Unternehmen werden in eine existenzielle Krise geraten und nur mit Hilfe öffentlicher Gelder diese schwierige Zeit überstehen. Im Land Niedersachsen werden mehr als 300 Milliarden Euro im Jahr erwirtschaftet. Bei einer optimistischen Einschätzung wird die Pandemie zu einer Einbuße von über 3 Milliarden Euro führen. Selbst bei einer baldigen ökonomischen Erholung, könne diese Lücke im laufenden Jahr nicht mehr aufgeholt werden. Was uns im Moment übrigbleibt, ist der Versuch die bestehenden Strukturen im Mittelstand und der Industrie zu erhalten. Dies wird nicht ohne eine erhebliche öffentliche Förderung funktionieren, bestätigt der Wirtschaftsminister von Niedersachsen in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix