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Ministerium: Binnenschiffe werden zum Problem für Luftqualität.
clock-icon12.02.2019 - 00:01:44 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

In deutschen Kommunen, die an stark befahrenen Wasserstraßen liegen, wird sich die Luftqualität in vielen Fällen auch nach einer Nachrüstung älterer Diesel-Pkw und einer Erneuerung der Flotte nicht grundlegend verbessern

Bild: Durchfahrtsverbot an einem Fluss, über dts Nachrichtenagentur Bild: Durchfahrtsverbot an einem Fluss, über dts Nachrichtenagentur

Grund dafür ist die zum Teil starke Luftbelastung durch Binnenschiffe - und die wird sich vorerst nicht deutlich verringern. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion der Linken im Bundestag hervor, über die die "Welt" berichtet. In dem Schreiben listet das Bundesverkehrsministerium auf, dass der Ausstoß sämtlicher dort erfasster Luftschadstoffe durch Binnenschiffe seit 2016 angestiegen ist.


Das gilt für Stickoxide, Feinstaub, Schwefeldioxid, Kohlenstoffmonoxid und flüchtige organische Verbindungen. Spürbar zugenommen hat vor allem der Stickoxid-Ausstoß, von 22.888 Tonnen im Jahr 2016 auf 23.461 Tonnen im Jahr darauf. Damit verursachen die Fracht- und Passagierschiffe sowie Arbeits- und Sportboote nun 5,2 Prozent des Gesamtausstoßes von Stickoxiden im Verkehrsbereich.


Im Jahr 2013 waren es 4,7 Prozent. Bei Schwefeldioxid liegt der Anteil nun bei 0,4 Prozent, nach 0,2 Prozent 2013. Die Bundesregierung verfolgt zwar bei der Verbesserung der Umweltbilanz von Binnenschiffen ehrgeizige Ziele. "Emissionen von Treibhausgasen und sonstigen Schadstoffen sollen bis 2050 weitgehend beseitigt werden", teilte das Ministerium mit.


Doch angesichts der zurückliegenden Entwicklung glauben Bundestagsabgeordnete nicht an einen Erfolg. "Nichts spricht dafür, dass die Bundesregierung ihre Schadstoffreduktions- und Klimaziele im Binnenschiffsverkehr erreichen wird. Selbst gesteckten Einsparzielen von Stickoxid- und Feinstaub-Emissionen stehen gestiegene Schadstoffemissionen gegenüber", sagte Andreas Wagner, Obmann der Linken im Verkehrsausschuss.


Das Problem bei den Binnenschiffen ist das hohe Alter der Flotte. Nach Angaben der Bundesregierung beträgt das Durchschnittsalter der Frachtschiffe in Deutschland 43,4 Jahre, bei Passagierschiffen sind es sogar 46,9 Jahre. Alte Schiffe können oft nicht nachgerüstet werden. "Praktisch ist das oft nicht möglich, weil in den Maschinenräumen nicht genug Platz für die großen Filteranlagen ist", sagte der Physiker und Verkehrsexperte Michael Schreckenberg.


Verschärfend kommt hinzu, dass nur wenige neue, saubere Schiffe ältere Modelle ersetzen. Im vergangenen Jahr wurden nur zwölf neue Frachtschiffe und sechs Passagierschiffe in Dienst gestellt. Die ab diesem Jahr strengeren Abgasnormen gelten nur für die neuen Schiffe oder neue Motoren, die nachträglich eingebaut werden.


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