Hassan Al-Thawadi, der Organisationschef Katars für die Weltmeisterschaft 2022 übt Kritik an Äußerungen des DFB-Präsidenten Fritz Keller.

Im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte Al-Thawadi, dass die Äußerungen Kellers zur WM in Katar „unglücklich“ gewesen seien und von „Fehlinformationen“ zeugten. Er habe keinerlei Zweifel, meinte der Leiter des katarischen Organisationskomitees, dass Keller seine Äußerungen noch einmal überdenken werde, wenn er Kenntnis von all den Anstrengungen habe, die Katar unternehme.

Durch die nach Katar vergebene Weltmeisterschaft seien bereits jetzt vielfältige Entwicklungen im sozialen Bereich, aber auch Verbesserungen der menschenrechtlichen Lage und für die Arbeitnehmerrechte initiiert worden. Und diese positiven Entwicklungen setzten sich fort, so Al-Thawadi. Die Weltmeisterschaft in Katar werde das erste Fußballturnier mit CO2-Neutralität sein.

Ohnehin sei das Klima während der Monate November und Dezember erheblich angenehmer für die Spieler und die Zuschauer. Sobald man Fritz Keller über diese Tatsachen informiert habe, so ist sich der WM-Cheforganisator Katars sicher, werde der DFB-Präsident seine Bemerkungen in einem anderen Licht betrachten.

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes hatte die WM 2022 in Katar gegenüber der „Bild“-Zeitung als unter diversen Gesichtspunkten problembehaftet charakterisiert. Das Fußballturnier sei nicht zuletzt unter ökologischen Aspekten nicht mehr zeitgemäß, da die Temperaturen in den Fußballstadien aufgrund der in Katar vorherrschenden Hitze im Interesse der Besucher deutlich abgesenkt werden müssten.

Cheforganisator Al-Thawadi betonte im Interview mit der FAZ die außerordentlich „engen Verbindungen“ zum deutschen Fußballmeister FC Bayern, der seit einigen Jahren sein Trainingslager während der Wintermonate im katarischen Doha durchführt und zudem von der katarischen Staatsfluglinie Qatar Airways als Sponsoring-Partner unterstützt wird.

Al-Thawadi wies darauf hin, dass gerade Deutschland ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür sei, wie eine Fußball-Weltmeisterschaft ein Land und eine Gesellschaft verändern könne. Der deutsche WM-Sieg von 1954 habe doch wie eine „Initialzündung“ für den Aufschwung nach dem letzten Weltkrieg gewirkt, glaubt der Katarer. Das WM-Turnier von 2006 hat die Menschen in Deutschland nach Beobachtung von Al-Thawadi gleichfalls zusammengebracht und zu einer veränderten Wahrnehmung Deutschlands im Ausland beigetragen. Mit einer Fußball-Weltmeisterschaft seien so viel positive Möglichkeiten und Energien verbunden. Das Turnier 2022 in Katar werde dabei helfen, verbreitete „Stereotype aufzubrechen.“

Der WM-Koordinator würde sich sehr freuen, wenn viele Besucher zur Weltmeisterschaft nach Katar reisten und ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit Land und Leuten machten. Anschließend, so Al-Thawadi, könne man ja gerne die Kritik an Katar fortsetzen.

Vor dem Hintergrund einer nicht enden wollenden Katar-Kritik verweist Al-Thawadi indirekt auf eine bewusste Propaganda durch einige Nachbarstaaten wie den Vereinigten Arabischen Emirate oder Saudi-Arabien. Nachdem vier Länder mit einer illegalen Blockade gegen Katar begonnen hätten, meint Al-Thawadi gegenüber der FAZ, nutzten bestimmte Interessengruppen das Thema Fußball-WM, um Katar mit abwertenden Erzählungen Schaden zuzufügen.

Redaktion poppress.de, A. Camus