Der in der 3. Fußballliga spielende Hallesche FC fordert einen Abbruch der Saison für diese Liga aufgrund der Coronavirus-Pandemie. Das Vorgehen sei alternativlos, heißt es in einem offenen Brief des Vereins.

In einem am Sonntag (15. März 2020) veröffentlichten Brief des Vereinsvorstands heißt es, dass der Abbruch der Saison für die 3. Liga wohl die einzige Alternative sei. Derzeit gebe es ein Hin und Her, quasi eine Salamitaktik von Ankündigungen und Spekulationen über den Fortgang oder den Abbruch. Die publizierten Theorien und Eventualitäten seien in den letzten Tagen vollkommen zu Recht von verschiedener Seite kritisiert worden. Der DFB solle nun klare Ansagen machen. Es sei allerdings zu befürchten, dass wirtschaftliche Einzelinteressen und Vermarktungsfragen zu den wesentlichen Entscheidungskriterien würden. Das beklagt der Verein. Derzeit werden in den Ligen die Entscheidungen über eine Fortsetzung oder den Abbruch der Saison immer um je zwei Wochen vertagt. Das könne gerade kleinere Vereine der 3. Liga in den Ruin treiben. Man müsse auf diese Weise schließlich fortlaufend mit einer kurzfristigen Reaktivierung der Spieler und des Vereins rechnen. Der DFB solle daher nun eine klare Entscheidung treffen.

Der HFC kritisierte darüber hinaus die Ankündigung des DFB, Vereine in Not nur mit kurzfristigen Krediten unterstützen zu wollen. Das sei enttäuschend, so der HFC-Vorstand in seinem offenen Brief. Die Klubs benötigten keine Darlehen, sondern konkrete, nicht rückzahlbare Hilfe. Nur so könnten sie die Ausfallzeit überbrücken. Da der DFB einer der wohlhabendsten Verbände weltweit sei, müsste es wohl möglich sein, in solch schwierigen Zeiten direkte finanzielle Unterstützung zu leisten. Sonst verweise der Fußballverband doch gern auf sein Premiumprodukt. Für dieses müsse es nun einen Hilfsfonds geben.

Redaktion poppress.de, A-055824