„Wir brauchen eine gemeinsame europäische Antwort auf die Sicherheitsfrage“, sagte Ametsreiter der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagsausgabe). Taktisch sei es „nicht schlau und wenig zielführend, nur eine deutsche Antwort darauf zu suchen“.

Grundsätzlich seien 4G- wie auch 5G-Mobilfunknetze „sehr sicher“, so der Vodafone-Deutschlandchef weiter. Kritiker werfen Huawei vor, künftig möglicherweise im Auftrag Chinas den Westen zu sabotieren oder auszuspionieren. Der Netzwerkausrüster hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen. Er halte den Bedarf nach höchstmöglicher Sicherheit für richtig, sagte Ametsreiter. Allerdings werde die Sicherheitsdebatte über ausländische Infrastrukturlieferanten in Deutschland oft emotional, aber nur selten sachlich geführt. Die größte Herausforderung sei „nicht das Netz, sondern das schwächste Glied in der Kette“, so der Vodafone-Deutschlandchef weiter. „Wenn ich Sie in Ihrem Haushalt hacken will, dann ist das Netz relativ egal – weil es der sicherste Faktor ist. Dann hacke ich Ihren Fernseher, ihren Router oder Ihren Toaster“, so Ametsreiter. Die sensiblen Daten steckten vor allem im Kernnetz, nicht aber im Antennennetz, auf das der größte Teil der Netzinvestitionen entfällt. Der Vodafone-Manager plädierte für eine Gesetzgebung in Europa „mit klareren Instrumenten und Konsequenzen“. Wenn ein Zulieferer Daten missbrauche, sollte er seine Erlöse als Netzausrüster aus den letzten zehn Jahren zurückzahlen müssen. „Da geht es um viel Geld, üblicherweise zweistellige Milliardensummen. Das ist ein Sprache, die weltweit verstanden wird“, sagte Ametsreiter der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Man befürworte außerdem die Offenlegung der Quellcodes der Anbieter. „Damit eröffnet sich die Chance, das, was programmiert wurde, zu verstehen und nachzuvollziehen“, so der Vodafone-Deutschlandchef weiter. Huawei erlaubt diesen Einblick, während die europäischen Wettbewerber Nokia und Ericsson sich dagegen sträuben.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH