Carsten Spohr beklagt, dass Flugreisende zu wenig Interesse an einer Klima-Kompensation zeigen.

Bei der Lufthansa kann man bereits seit Längerem die Klimabelastung sowohl bei innerdeutschen als auch bei interkontinentalen Flügen ausgleichen, indem man freiwillig einen Zuschlag auf das Ticket zahlt. Lufthansa-Chef Spohr bedauerte aber gegenüber der Donnerstagsausgabe der „Welt“, dass zu wenige Menschen diesen Ausgleich für den Klimaschutz zahlen wollen. Laut Spohr nutzten nur etwa ein bis zwei Prozent der Lufthansa-Kunden die billigere Variante der Kompensation. Zu der teureren Möglichkeit griffen laut Spohr sogar noch weniger Kunden.

Laut Christian Sewing, dem Vorstandsvorsitzendem der Deutschen Bank, ist im Gegensatz zu den Flugreisenden oder den Verbrauchern bei den Anlegern im Finanzbereich ein Verhalten zu beobachten, bei dem man den Einfluss der Klimadiskussion deutlich merkt. Vor allem jüngeren Vermögenden sei dies wichtig. Der Chef der Deutschen Bank meinte gegenüber der „Welt“, dass sich mehr als die Hälfte der Erben für Anlagemöglichkeiten im nachhaltigen Bereich interessierten. Laut Sewing könne die Wirtschaft der Nachfrage gerecht werden. Er rechne damit, dass in wenigen Jahren ein Großteil der vergebenen Kredite zur Finanzierung nachhaltiger Investitionen herangezogen werde. Dadurch entstünden aber auch andere Bewertungsmaßstäbe für die Unternehmen. Der Chef der Deutschen Bank rechnet damit, dass in etwa fünf Jahren die Bewertung der Nachhaltigkeit eines an der Börse notierten Unternehmens die gleiche Bedeutung haben wird wie das heutige Rating der finanziellen Bonität durch Agenturen wie Moody’s.