Gemäß deutscher Familienunternehmen muss der Gesetzgeber bei neuen Gesetzesvorschlägen auch die Folgen für Mittelständler ins Visier nehmen.

Rainer Kirchdörfer sagte, bisher seien Gesetze immer nur in Bezug auf Konzerne auf den Weg gebracht worden. Dies gehe zukünftig nicht mehr, denn das habe schwerwiegende Folgen für mittelständische Familienunternehmen. Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, äußerte sich im Handelsblatt, es sei die Pflicht des Gesetzgebers, immer zu überprüfen, ob und in welchem Maße Familienunternehmen von neuen Regelungen betroffen seien. Die Stiftung für Familienunternehmen unterbreitet einen eigenen Vorschlag. Sie spricht von einem Test für Familienunternehmen, den man durchführen solle. Durch diesen Test sollten sich neue Gesetze und Vorschriften vorab überprüfen lassen. Es sei wichtig, so in dem Konzept, das dem Handelsblatt vorliegt, deren Wirkung frühzeitig und vor der Umsetzung zu erfassen. Bisher ist es so: Viele Mittelständler in Deutschland haben mehr als 250 Mitarbeiter. Da sie mehr als 50 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften, zählen sie nicht mehr zu den sogenannten kleinen oder mittleren Unternehmen. Diese heißen nach EU-Definition auch KMU. Das Ergebnis ist: Die Lasten, die mittelständische Unternehmen für bürokratische Angelegenheiten tragen und die damit verbundenen gesetzlichen Anforderungen für größere mittelständische Unternehmen, sind nahezu so hoch wie bei Konzernen und Kapitalgesellschaften. Und dies, unabhängig von der Tatsache, dass diese Unternehmen jedoch wie ein kleiner Betrieb familiengeführt sind. Mathias Habersack, Jura-Professor von der Ludwig-Maximilians-Universität München, hat nun im Auftrag der Stiftung einen Test für Familienunternehmen entwickelt. Dieser Test sollte evaluieren, ob sich bei neuen Gesetzesvorlagen eine „spezifische Betroffenheit“ für Familienunternehmen ergibt. Gemeint sind damit bestimmte Bereiche wie die Generationenfolge, die mögliche Fremdverwaltung eines Gesellschafteranteils, die Corporate Governance der Gesellschaft sowie die Publizität von Kennzahlen des Unternehmens. Betreffen solle dies nach dem Willen der Stiftung auch Auskünfte wie die Mobilität der Gesellschaft und der Gesellschafter oder die Finanzierung des Unternehmens. Die angestrebten Ziele der Stiftung, die in dem Test-Papier vorliegen, sind, dass die beiden Ministerien für Wirtschaft und Justiz gemeinsam nach geeigneten Maßnahmen suchen, damit eine strukturelle und gleiche Behandlung von Familiengesellschaften und Nicht-Familiengesellschaften gefunden werden kann: Entlastungen böten Übergangsfristen, Ausnahmeregelungen und Befreiungstatbestände.

Redaktion poppress.de, A & Omega