Die Frankfurter Börse musste am Donnerstag Verluste hinnehmen, stabilisierte sich im Verlauf des Freitags allerdings wieder.

Nach einem Einbruch am Donnerstag, konnte der DAX an der Frankfurter Börse im Laufe des Freitags wieder um 4,5 Prozent zulegen und steht um 12:30 auf einem Wert von 8999,41 Punkten. Damit weist der Aktienindex eine Stabilisierungstendenz auf, die sich bereits in den vergangenen Tagen gezeigt hatte. Der Börsenanalyst Thomas Altmann vom Investmentfond QC Partners spricht von Anzeichen einer strukturellen Stabilisierung, die derzeit allerdings noch gefährdet erscheint. Eine nachhaltige Erholung der Werte erscheint zum jetzigen Zeitpunkt möglich. Seit den ersten Anzeichen des Börsencrashs vor vier Wochen, hat der deutsche Leitindex um fast 37 Prozent nachgegeben, was einem Verlust von nahezu 5000 Punkten entspricht. Seither kam es zu wiederholten Phasen einer Marktberuhigung, die sich jedoch durch die sich überschlagenden Ereignisse um die Corona-Pandemie nur als kurze Episoden erwiesen.
MDax und EuroStoxx 50 als europäischer Leitindex zeigten am Freitag eine parallele Tendenz der Erholung. Beide Werte legten um 4,5 beziehungsweise 4,7 Prozent zu. Der MDax notierte um 12:30 bei 19.394 Punkten.
Die Geschäftsbank HSBC schätzte die Werte des deutschen Leitindexes al deutlich „überverkauft“ ein. Die Bankanalysten verwiesen auf die Marktentwicklung seit Jahresbeginn. Alle Aktien der 30 DAX-notierten Unternehmen weisen im Jahr 2020 einen Verlust von mehr als 10 Prozent auf. Bei den Großunternehmen beläuft sich der Verlust auf mehr als ein Drittel des Jahresausgangswerts. Die Corona-Krise wird von der Geschäftsbank als „Extremzustand“ eingestuft.
Nachdem viele Analysten zu Wochenbeginn auf eine Stabilisierung der DAX-Notierung bei 8000 Punkten gesetzt hatten, wurden diese Erwartungen im Lauf der Woche deutlich überschritten. Nach einer Abwärtsbewegung am Montag und einem Minimalwert von 8255 Punkten setzte eine klare Beruhigung auch im globalen Maßstab ein. Dies verdeutlicht auch ein Blick auf den Volatilitätsindex, der die Erwartungshaltung der Börsenhändler umschreibt. Nach negativen Rekordwerten zu Beginn der Woche, wurde hier ein leichter Rückgang der Nervosität festgehalten. Für einen Unsicherheitsfaktor in der Einschätzung der Entwicklung an der Frankfurter Börse, sorgt allerdings das Auslaufen der Termingeschäfte und Optionen auf DAX-Werte am heutigen Freitag. Dieser Zeitpunkt ist ein höchst sensibler Moment, der regelmäßig zu rational schwer nachvollziehbaren Entwicklungen am Aktienmarkt führt.
Deutliche Zugewinne im DAX konnte die Aktie von Siemens erzielen, die bis 12:30 um 7 Prozent zulegen konnte. Dazu beigetragen haben Informationen aus der Konzernzentrale, die sich angesichts der Corona-Verwerfungen auf dem Markt Optimismus verbreiteten. Die dynamischste Entwicklung zeigen die Osram-Werte, die insgesamt eine Bandbreite von 23,6 Prozent aufweisen. Zu den Belastungen durch die unsicheren Marktaussichten kommt im Falle des österreichisch-deutschen Leuchtmittelkonzern noch Übernahmegerüchte. Der österreichische Sensorhersteller AMS bestätigte trotz der Marktlage seine Übernahmepläne für Osram. Nachdem am Wochenbeginn Gerüchte über eine Aussetzung der Übernahme kursierte, zeigten sich die Analysten durch die Verlautbarungen von AMS beruhigt. Die Werte von Rheinmetall profitierten von einer Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank und die französische Geschäftsbank Societé General. Bis zum Mittag konnte die Aktie von Rheinmetall um 14,6 Prozent zulegen. Auch die Werte des europäischen Flugzeugbauers Airbus zeigten sich am Freitag leicht erholt. Die 16 Prozent Wertzuwachs vom heutigen Handelstag konnten den fatalen Einbruch um 60 Prozent allerdings nur teilweise wettmachen.
Auf dem Markt der regenerativen Energien wird derzeit nur mit geringen Auswirkungen der Corona-Pandemie gerechnet. Der Betreiber von Solar- und Windparks Encavis zeigt sich in einem Unternehmensstatement unbeeindruckt von den aktuellen Krisensymptomen und führt mit einem Gewinn von 17,4 Prozent die positive Entwicklung im SDax an. An zweiter Stelle folgt der Werbekonzern Ströer mit einem Zugewinn von 6,5 Prozent.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix