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Papa im Knast: SOS-Pilotprojekt in Peru kümmert sich um Kinder inhaftierter Eltern. Ein Elternteil ...
clock-icon15.04.2019 - 09:06:45 Uhr | presseportal.de

Mehr SOS-Infos http://ots de/pMcEEz Lima - - Querverweis: Bildmaterial wird über obs versandt und ist abrufbar unter http://www presseportal de/bilder - Unschuldig bestraft: Wenn Väter oder Mütter ins Gefängnis müssen, leiden auch die Kinder


Mehr SOS-Infos http://ots.de/pMcEEzLima -- Querverweis: Bildmaterial wird über obs versandt und ist abrufbar unter http://www.presseportal.de/bilder -Unschuldig bestraft: Wenn Väter oder Mütter ins Gefängnis müssen, leiden auch die Kinder. Ein Elternteil jedes vierten Kindes im SOS-Kinderdorf Ayacucho in Peru befindet sich im Gefängnis.


"Bei zehn Prozent unserer Kinder sind es sogar beide Eltern", sagt Dunia Quintanilla, Leiterin des SOS-Kinderdorfs. Rund 40 Prozent der Insassen im Gefängnis von Ayacucho sitzen wegen Drogendelikten Haftstrafen ab, die meisten von ihnen sind männlich. Wie viele von ihnen Kinder haben, ist nicht bekannt.2010 startete die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer ein einzigartiges Projekt, das sich um die betroffenen Kinder und ihre Familien kümmert.


SOS-Sozialarbeiter helfen den Betroffenen, den Inhaftierungsschock zu mildern, die lange Trennung zu überbrücken und die Rückkehr des Inhaftierten in die Familie und ins Leben zu erleichtern.Drogenkriminalität ist oft der einzige Weg, die Familie zu ernährenPeru zählt zu den größten Kokainproduzenten der Welt: Im Südosten des Andenstaats werden 15 Prozent des weltweiten Kokains hergestellt.


Rund 22 Prozent der Bevölkerung (knapp sieben Millionen Peruaner) leben in bitterer Armut. In ländlichen Gebieten liegt die Armutsrate sogar bei 46 Prozent.Die Konsequenz: Für die notleidenden Menschen ist Drogenhandel und -Schmuggel oft der einzige Weg, Geld zu verdienen und ihre Familien ernähren zu können.


"Und plötzlich stehen die Kinder ganz alleine da. Oft verstehen sie nicht, was mit ihren Eltern geschieht, warum sie auf einmal festgenommen werden", sagt Quintanilla. Deshalb sei es so wichtig, dass sie Hilfe erhalten - nicht nur in Form von Fürsorge und einer Unterkunft. Die Kinder und die Eltern benötigten auch psychosoziale Unterstützung.


"Sonst drohen emotionale Traumata. Denn die Kinder verlieren nicht nur ihre wichtigste Bezugsperson, sondern sind auch sozialen Stigmata ausgesetzt, weil ihre Eltern Kriminelle sind," sagt Quintanilla.SOS-Projekt hilft den Familien, die Bindung zu erhalten und später neu anzufangenDie SOS-Kinderdörfer ermöglichen es den Kindern unter anderem, dass sie ihre Eltern alle zwei Wochen im Gefängnis besuchen dürfen, um die Bindung aufrechtzuerhalten.


"Der regelmäßige Kontakt hilft den Kindern, emotional stabil und hoffnungsvoll zu bleiben. Und auch die Eltern profitieren von den Besuchen. Sie haben ein Ziel vor Augen, für das es sich zu kämpfen lohnt", sagt Quintanilla. "Wir lassen sie auch nach der Haft nicht im Stich." In Workshops lernen die Eltern den richtigen Umgang mit ihren Kindern sowie Hilfe zur Selbsthilfe, damit die Reintegration nach Absitzen der Gefängnisstrafe optimal gelingen kann.


Eine inhaftierte Mutter berichtet: "Dank den SOS-Workshops weiß ich, was ich zu tun habe, damit meine Kinder eine selbstbestimmte Zukunft haben und nicht dieselben Fehler wie ich machen!"Wenn Eltern hinter Gitter kommenIn Peru ist es laut Gesetz erlaubt, dass Mütter ihre Kinder bis zu einem Alter von maximal drei Jahren mit ins Gefängnis nehmen dürfen und diese dort von Sozialarbeitern betreut werden.


Kinder über drei Jahre werden einem Erziehungsberechtigten zugeteilt. Gibt es keinen, kommen sie in die Obhut des Staates.Zum Vergleich: In Kolumbien leben Kinder von inhaftierten Müttern bis zu drei, in Argentinien bis maximal vier, in Bolivien sogar bis zu sechs Jahren im Gefängnis. In Ecuador wurde 2007 ein Gesetz verabschiedet, dass kein Kind im Gefängnis aufwachsen darf.Seit dem Start des Pilotprojekts 2010 hat SOS 65 Kinder inhaftierter Eltern im Kinderdorf Ayacucho betreut.


Momentan befinden sich 31 in SOS-Obhut. Zudem wurden bereits 32 Familien psychosozial unterstützt. Derzeit hilft SOS 13 Familien.Je nach Haftdauer, Umständen, Familienstruktur und Situation des Kindes, hilft SOS kurz- oder langfristig. Einige Eltern haben Haftstrafen von über zehn Jahren, in denen SOS-Mitarbeiter für das Wohl der Kinder sorgen und die Eltern begleiten.OTS: SOS-Kinderdörfer weltweit newsroom: http://www.presseportal.de/nr/1658 newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_1658.rss2Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:Boris Breyer Stellvertretender Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit Tel.: 089/179 14-287 E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org www.sos-kinderdoerfer.de

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