Ausbau von Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder kann sich laut einer Studie zu großen Teilen selbst finanzieren

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsordnung veröffentlichte eine Erhebung, laut der es vor allen mit der erhofften Erhöhung der Selbstständigkeit von Müttern zu tun hat, dass diese Entwicklung eintritt. Familienministerin Franziska Giffey gab die Studie in Auftrag und stellte diese am Montag vor. Laut ihr würden mehr Ganztagsangebote für Grundschulkinder auch der Anteil von erwerbstätigen Müttern um bis zu sechst Prozentpunkte steigen. Vor allem Familien würden davon profitieren. Sie hätten ein höheres Einkommen und hätten weniger Bedarf an Sozialtransfers und ähnlichen Zuwendungen. Ein weiterer Profiteur wären öffentliche Haushalte, die höhere Steuereinnahmen und Sozialversicherungseinnahmen erhalten würden. Diese Mehreinnahmen lägen zwischen einer Milliarde und zwei Milliarden Euro pro Jahr. Laut Giffey sei dies ein gutes Argument weiterhin an Ganztagsbetreuung zu arbeiten und sich auf die Fortschritte zu konzentrieren. Wenn man die ärarischen Mehreinnahmen mit den Kosten insgesamt, die den Ausbau betreffen vergleiche, deren Ergebnisse in früheren Studien berechnet wurden, so ergebe sich ein Anteil der Selbstfinanzierung von rund 32 bis 72 Prozent. Setze man hingegen die Mehreinnahmen des Jahres in Relation zu den Jahresbetriebskosten der nachgefragten Ganztagsplätze, würde der Selbstfinanzierungsanteil 40 bis 89 Prozent betragen. Der Koalitionsvertrag enthält die Vereinbarung, dass bis 2025 ein grundsätzlicher Anspruch auf Ganztagsbetreuung eingeführt wird. Dies soll für Kinder im Grundschulalter gelten. Eine Betreuung von 8 Stunden am Tag an 5 Wochentagen soll für die Klassen 1 bis 4 zur Verfügung stehen. Die Ferienbetreuung soll ebenso geregelt werden, sodass höchsten vier Wochen Schließzeiten möglich sind. Laut mehreren Berechnungen des Deutschen Jugendinstituts lägen die Kosten, die bei einer Quote von 75 Prozent in Bezug auf die Betreuung für die Investition zwischen 4,4 und 6,5 Milliarden Euro. Für die Betriebskosten pro Jahr berechnet das Institut zwischen 2,6 und 3,9 Milliarden Euro.

Redaktion poppress.de, A-1043867