Bei ihrem Türkei-Besuch würdigt Bundeskanzlerin Merkel die enge Zusammenarbeit im Bereich der Bildung

Bundeskanzlerin Angela Merkel nutzte ihren Türkei-Besuch zu einer symbolischen Geste der Kooperation zwischen der Türkei und Deutschland. Sie eröffnete in Istanbul den neuen Campus der Türkisch-Deutschen Universität. Merkel begrüßte den Ausbau der Bildungseinrichtung als Signal für eine Annäherung der beiden Länder in einer schwierigen Phase der bilateralen Beziehungen. Gerade jetzt, da zwischen der Türkei und Deutschland nicht alles zum Besten stehe, sei es besonders wichtig, auf dem zukunftsträchtigen Sektor der Bildung wieder zusammen zu finden. Die Türkisch-Deutsche Universität könne durch den Ausbau und die Aufnahme von mehr Studenten zu einem gegenseitigen Verständnis führen. Die Studenten in Istanbul könnten der Grundstein für eine neue Phase der Kooperation in der Zukunft sein.
Neben der Universität besuchte Merkel auch die deutsch-türkischen Außenhandelskammer. Die Bundesrepublik sei auch bei der beruflichen Bildung zu einem Ausbau der gegenseitigen Beziehungen bereit. Die große Anzahl der in der Türkei vertretenen deutschen Unternehmen, komme der beruflichen Bildung in der Türkei durch ihre hohen Ausbildungsstandards zugute. Dies gelte insbesondere durch Ausbildungsmodule, welche die Auszubildenden in Deutschland absolvieren könnten. Hier sieht die Kanzlerin gute Perspektiven für die Zukunft.
Mit Präsident Erdogan habe sie außerdem über Möglichkeiten der Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und den Ausbau der Zusammenarbeit auf dem Energiesektor gesprochen. Zu den Gesprächsthemen zählte auch die humanitäre Situation der syrischen Flüchtlinge im Raum Idlib. Die Bundesregierung prüfe, ob hier Hilfsmittellieferungen und finanzielle Unterstützungen möglich seien.
Die Situation in Libyen stand ebenso auf der Tagesordnung des Treffens der Kanzlerin mit dem türkischen Präsidenten. Zum Thema Libyen betonte Merkel ihre bedingungslose Unterstützung für den UN-Sondergesandten Salamé, dessen schwierige Aufgabe es jetzt nach der Konferenz von Berlin sei, die unsichere Waffenruhe baldmöglichst in einen funktionierenden Waffenstillstand zu überführen. Die ersten Schritte dazu seien in Berlin gemacht worden, allerdings müsse der Friedensprozess nun auch mit Leben gefüllt werden. Es sei wichtig, dass der Präsident der libyschen Übergangsregierung zu einer Kooperation mit dem Militärrat bereit sei. Nun gelte es auch die Führung der Libysch-Nationalen-Armee (LNA) in den Prozess einzubeziehen und in absehbarer Zeit ein Treffen von Faviz as-Sarradsch mit General Chalifa Haftar zustande zu bringen.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix