Ein Positionspapier der FDP-Bundestagfraktion fordert eine verbindliche Regelung der frühkindlichen Förderung in Kindertagesstätten.

Eine Bildungsinitiative der FDP zur frühkindlichen Förderung, die von der Bundestagsfraktion in der letzten Woche verabschiedet wurde, sieht eine bundesweite Vereinheitlichung von Bildungsstandards in Kitas vor. Wie das „Handelsblatt“ in seiner Donnerstagsausgabe berichtet, kritisiert die FDP-Fraktion das derzeitige Fehlen jeder Regelung zu Inhalten und Evaluation von Bildungsprogrammen in der frühkindlichen Erziehung. Die Förderung der frühkindlichen Bildung darf nicht vom Standort der Kindertageseinrichtung abhängen, sondern muss allgemein gültigen Standards unterworfen werden, so das Positionspapier, das vor allem die erheblichen qualitativen Unterschiede auf Länderebene hervorhebt.
Die aktuellen Defizite lastet die FDP in erster Linie des Bundesfamilienministerium an, das über kein Konzept verfüge, sondern die finanziellen Mittel nach dem Zufallsprinzip verteile und das Motto beherzige „für Jeden etwas“. Die Bundesregierung hat die frühkindliche Förderung zu einem Zentralthema der Bildungspolitik gemacht und erhebliche Mittel für den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur bereitgestellt. Aber das Geld versickert, ohne die beabsichtigte Wirkung zu zeigen. Der Bildungsexperte und Familienpolitiker Matthias Seestern-Pauly forderte gegenüber dem „Handelsblatt“ eine Politik ein, die sich mit dem notwendigen Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur beschäftige. Das „Gute KiTa Gesetz“, dass im letzten Jahr von Bundesfamilienministerin Giffey (SPD) in den Bundestag eingebracht und verabschiedet worden war, sieht ein Fördervolumen von insgesamt 5,5 Milliarden Euro vor. Allerdings überlässt die Bundesregierung es weitgehend den Bundesländern über den Einsatz der Mittel zu entscheiden, und das ist der falsche Weg, so der FDP-Politiker. Die frühkindliche Förderung ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland und für das Gelingen einer wirklichen Integration von Migranten zu wichtig, um sie den Länderinteressen unterzuordnen. Hier werden wichtige Kompetenzen vermittelt, die auch für das Funktionieren der Gesellschaft notwendig sind. Wir brauchen Menschen mit den entsprechenden kognitiven Fähigkeiten und sozialer Intelligenz, wenn wir die Herausforderungen der Zukunft annehmen wollen, und die Grundlagen hierzu werden in den Kitas gelegt. Das FDP-Positionspapier sieht dabei in drei Schlüsselthemen akuten Handlungsbedarf: die Regelung des Betreuungsverhältnisses, die Programminhalte und die Arbeitszeitregelungen für pädagogisches Fachpersonal. Zur Erreichung dieser Ziele schlägt die FDP eine konzertierte Aktion von Bund, Ländern und Kommunen auf politischer Seite, und von den Trägern der Einrichtungen und Vertretern der Bildungsforschung auf der anderen Seite, vor.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix