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Nur jedes zweite Krankenhaus in Deutschland bildet aus.
clock-icon12.08.2019 - 05:01:41 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Trotz Fachkräftemangels in der Krankenpflege bildet gerade einmal jede zweite Klinik in Deutschland entsprechende Fachkräfte aus

Bild: Krankenhaus, über dts Nachrichtenagentur Bild: Krankenhaus, über dts Nachrichtenagentur

Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, über welche die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" in ihren Montagsausgaben berichten. Demnach beteiligten sich im Jahr 2017 von den bundesweit 1.942 Krankenhäusern nur 965 an der Ausbildung von Krankenpflege-Fachkräften.


Das entspricht einem Anteil von 49,7 Prozent. Laut Gesundheitsministerium gab es 2017 in den Krankenhäusern insgesamt 80.285 entsprechende Ausbildungsplätze. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit aus dem Mai ist in fast allen Bundesländern ein Fachkräftemangel in der Krankenpflege zu verzeichnen.


Gemeldete Stellenangebote für examinierte Krankenpflegefachkräfte und -spezialisten sind demnach im Bundesdurchschnitt 154 Tage vakant - 36 Prozent länger als im Schnitt aller Berufe. In Zuge der "Konzertierten Aktion Pflege" war vor der Sommerpause vereinbart worden, die Zahl der ausbildenden Einrichtungen in der Kranken- und Altenpflege bis 2023 um zehn Prozent gegenüber 2019 zu steigern.


Tatsächlich jedoch liegen der Bundesregierung derzeit keine Zahlen zur Ausbildung in der stationären und in der ambulanten Altenpflege vor. Erst Ende 2020 sollen dazu Daten vorliegen. Das geht es aus der Antwort des Bundesfamilienministeriums auf eine weitere Anfrage der Linksfraktion hervor. Das Ministerium will im Herbst eine Informations- und Öffentlichkeitskampagne starten, um mehr junge Menschen für eine Ausbildung in der Pflege zu gewinnen.


Den Angaben zufolge stehen dafür vier Millionen Euro zur Verfügung. Die Linken-Politikerin Pia Zimmermann sagte dem RND, die Pflege-Aktion werde zum Rohrkrepierer. "Denn die Vereinbarungen verschleiern den Handlungsbedarf angesichts der tatsächlichen Probleme", so die Bundestagsabgeordnete. "Nun eingestehen zu müssen, dass gerade für die Ausbildung im Bereich der Altenpflege, in der die Probleme besonders gravierend sind, erst Ende 2020 Zahlen vorliegen werden, ist ein Unding." Es nutze nichts, eine zehnprozentige Steigerung zu fordern, wenn niemand wisse, wie viele Ausbildungsstätten und Ausbildungsplätze es in der Altenpflege jetzt gebe: "Solche Ziele sind Luftnummern für die anstehenden Landtagswahlen."dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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