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Philologenverband will Neuberechnung der Lehrerbedarfsprognose.
clock-icon11.10.2018 - 00:14:33 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Vor Bekanntgabe der neuen Lehrerbedarfsprognose bis zum Jahr 2030 durch die Kultusministerkonferenz (KMK) fordert der Deutsche Philologenverband weit häufigere Anpassungen an den tatsächlichen Bedarf als bisher

Bild: Abgeschlossenes Schultor, über dts Nachrichtenagentur Bild: Abgeschlossenes Schultor, über dts Nachrichtenagentur

"Eine langfristige Prognose kann nur eine grobe Orientierung bieten. Wir brauchen eine jährliche Neuberechnung des tatsächlichen Bedarfs und eine entsprechende Anpassung", sagte Verbandschefin Susanne Lin-Klitzing der "Welt". Zuletzt wurde der Bedarf 2013 durch die KMK errechnet. Der Verband geht hart mit der Politik mancher Bundesländer ins Gericht.


Vor allem die Praxis in Berlin, in großer Zahl Quereinsteiger zu beschäftigen, stößt auf Kritik. Quer- und Seiteneinsteiger müssten fachliche und pädagogische Qualifikation nachholen, verlangte die Philologin. "Die Nachqualifizierung darf nicht die Standards der regulären Kräfte unterlaufen." In dem Stadtstaat sind aktuell 800 Quereinsteiger an den Schulen beschäftigt.


900 Lehrer haben keine "volle Lehrbefähigung". Darunter sind 100, die noch im Masterstudium stecken und trotzdem unterrichten. "Die Situation in Berlin steht für ein völliges Versagen der Bildungspolitik", kritisierte Lin-Klitzing. Als weitere Maßnahme schlägt Lin-Klitzing für Mangelfächer vor, den Besten eines Jahrgangs eine Anstellungsgarantie zu geben.


"Das würde den Schweinezyklus durchbrechen und für viele ein Anreiz sein, das Fach zu studieren, auch wenn es gerade nicht so dringend gebraucht wird." Im Prinzip sollten die Länder, so die Lehrervertreterin, immer zehn Prozent mehr Lehrer einstellen, als sie brauchen. So könnten Stundenausfälle ausgeglichen werden.


Gerade für Mangelfächer empfiehlt der Philologenverband die Ausschreibung von Stipendien. Über all diese Fragen sollten sich nicht nur die Kultusminister verständigen, sondern auch die Ministerpräsidenten. "Der Unterrichtsausfall ist zu einem so gravierenden Problem geworden", sagte Lin-Klitzing, "dass es nicht ausreicht, wenn sich damit nur die Fachminister beschäftigen."dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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