Irgendwie ist es fast ein kleines Wunder: Drei Jahrzehnte ARTfair Innsbruck – das bedeutet lebendige Kunst, internationale Namen und jede Menge Geschichten. Gerade endeten in der Olympiaworld wieder drei Tage voller Gespräche, Geschiebe und Bewunderung für Leinwände, Skulpturen, Fotos und mehr. Über 20 Nationen waren am Start, und auch der Umsatz – nicht unwichtig – ließ viele Gesichter strahlen. In einer Zeit, in der Kunstplattformen digital um Aufmerksamkeit buhlen, wirkte diese Messe wie ein Magnet für Leute, die Kunst nicht nur besitzen, sondern auch erleben wollen. Und mittendrin Johanna Penz, Initiatorin und Direktorin der ARTfair– die in diesem Jahr vom österreichischen Senat der Wirtschaft für ihr Lebenswerk geehrt wurde.
Penz, die 1996 startete, hat mit bemerkenswerter Ausdauer ihren Traum verfolgt. Zählt man alle Messen zusammen, die sie auf den Weg gebracht hat – auch jene in Wien oder Salzburg –, kommt sie schon auf stolze 35 internationale Events. "30 Jahre ARTfair – das steht für Leidenschaft, manchmal auch für schlaflose Nächte, aber vor allem für das Miteinander in der Kunstwelt", sagt sie selbst.
Inhaltlich hatte die Messe auch diesmal Kontraste auf Lager: Malerei, die teils seit Jahrzehnten verborgen blieb, traf auf Roboter, die Kunstwerke entstehen lassen. Blickfang war die Sonderschau mit Werken der deutsch-algerischen Malerin Bettina Heinen-Ayech sowie modernste Maschinenkunst des REX | LAB, die zeigte, dass auch KI und Roboter ausdrucksstark sein können. Apropos KI: Das Medienkunst-Projekt Atila.Atila stellte mit ihrer Installation "Mittelwert" die Frage, wem Kunst eigentlich gehört, wenn sie technisch erschaffen wird.
Nebenschauplätze? Gab es genug: In einer Ecke Vintage-Drucke aus den 1960ern, schräg gegenüber junge Künstler:innen, die erstmals in eine große Messewelt reinschnuppern durften. Besonders beliebt war zudem das Special zum Phantastischen Realismus – mit Klassikern und viel Neugier auf zeitgenössische Interpretationen. Und dann: Kunst kaufen, Familien, die sich beraten, Sammler auf der Suche nach Entdeckungen.
Ach ja: Wer Hunger hatte, wurde vom Lions Club Innsbruck Goldenes Dachl bestens versorgt – inklusive Charity-Aktion. Und schon jetzt steht fest: Das nächste Jubiläum kommt bestimmt. Im Oktober 2027 – also alle wieder auf Anfang.
Weitere Fakten: Aussteller aus mehr als 20 Ländern, Schwerpunkt auf zeitgenössischer Kunst, klassischer Moderne und Pop Art. Und natürlich: www.artfair-innsbruck.com – falls jemand noch schnell nachschauen mag.
Die 30. ARTfair Innsbruck bot vom 23. bis 25. Oktober 2026 ein abwechslungsreiches und internationales Programm, bei dem klassische Moderne auf digitale und KI-Kunst traf. Besonders hervorgehoben wurde dabei die Lebensleistung von Gründerin Johanna Penz – ihr Engagement und ihre Festivalvision wurden mit der höchsten Auszeichnung des Senats der Wirtschaft Österreich geehrt. Die Mischung aus analogen und digitalen Positionen, großen Namen und Newcomern brachte zahlreiche Verkäufe und volle Hallen; die nächste Edition ist bereits für den Oktober 2027 angekündigt.
Aktuelle Recherchen zeigen: Die Kunst- und Messebranche erlebt trotz digitaler Konkurrenz eine Renaissance des analogen Begegnens, wie auch die ART Düsseldorf deutlich macht – dort stiegen die Verkaufszahlen und viele Nachwuchskünstler standen im Zentrum. Parallel berichten mehrere Medien, dass Messen wie die Art Basel ihren Fokus verstärkt auf Nachhaltigkeit und Diversität richten und digitale Innovation mit physischem Erleben verbinden. Auch auf internationalen Bühnen, etwa bei der aktuellen Vienna Contemporary, zeigt sich, dass die persönliche Begegnung mit Kunstwerken und die Anerkennung von Pionier:innen wie Johanna Penz weiterhin enormen Stellenwert besitzen.