Wer nach einer Seele für Entenhausens Helden sucht, stolpert zwangsläufig über Don Rosas Handschrift. Ganz in der Tradition von Carl Barks, dessen Arbeit er akribisch studierte und fortführte, betrachtete sich Rosa nie als bloßer Illustrator, sondern als Geschichtsforscher unter den Zeichnern. Mit bewundernswerter Detailversessenheit und einer Prise Detektivinstinkt entwarf er ein zusammenhängendes Erbe für Dagobert Duck und seine Welt. Sein Opus magnum, 'Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Milliarden', wurde 1997 mit dem Will Eisner Award geehrt – völlig verdient, wagt man zu sagen. Inzwischen erscheinen diese prägenden Storys regelmäßig bei Egmont (gemeinsam mit Texten von Kari Korhonen und, natürlich, Urvater Barks). Typisch Rosa: In jeder Ecke seiner Panels verstecken sich liebevolle Gags oder das legendäre Widmungsrätsel „D.U.C.K.“. Irgendwo zwischen nüchtern recherchierter Historie und verspielter Fantasie verschmilzt so Komik und kosmische Tragik. Im Juli bekommen deutschsprachige Fans nach Jahren wieder die seltene Gelegenheit, Rosa live zu treffen, einen Plausch zu halten, vielleicht eines seiner Bücher signieren zu lassen – und genau das Gefühl abzuspeichern, das seine Geschichten immer vermitteln: dass selbst in einer Federzeichner-Welt echte Abenteuer stecken. Tourstationen sind unter anderem das Contern Comic Festival in Luxemburg am 18. und 19. Juli, dann Leipzig am 21. Juli (Comic Combo) und als krönender Abschluss am 25. Juli die Sparkasse Heilbronn mit einer Ausstellung von Original-Kunst von Rosa, Barks und Arild Midthun. Wer mag, kann das berühmte „Chronik“-Kompendium (ISBN: 978-3-7704-1103-0) nahezu überall, aber garantiert im Egmont-Shop erstehen.
Don Rosa – ein Name, der wie kaum ein anderer für die Transformation von Comics in Literatur steht. Mit seinem monumentalen Werk über die Vorgeschichte von Dagobert Duck knüpfte er an Carl Barks’ Vermächtnis an und machte den steinreichen Pionier aus Entenhausen fast zu einer historischen Gestalt. Seine Art, Ereignisse der Weltgeschichte, popkulturelle Anspielungen und persönlichen Humor in die Panels zu schmuggeln, hat weltweit Inspiration gestiftet. Was in aktuellen Medienberichten auffällt: Viele loben nicht nur Rosas Präzision und Raffinesse, sondern auch, wie offen und nahbar er im Dialog mit Fans agiert – längst ist er mehr als ein biografischer Zeichner, nämlich eine Identifikationsfigur bei der Wiederentdeckung von Comics als Kunst. Im Feuilleton etwa wird hervorgehoben, inwiefern sich Rosas Generationen übergreifender Einfluss gerade vor dem Hintergrund einer neuen Comic-Renaissance in Deutschland bemerkbar macht. Schließlich gibt es nur wenige Künstler, deren Stil so eindeutig und dennoch universell anschlussfähig ist.