AfD denkt über Verfassungsklage gegen Einsatz von Infrastrukturmitteln nach
Bernd Baumann, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Bundestag, bestätigt, dass seine Partei rechtliche Schritte gegen die mutmaßlich zweckentfremdete Verwendung milliardenschwerer Infrastruktur-Gelder prüft. »Was rechtlich geht, schauen wir uns genau an«, sagte er gegenüber dem Nachrichtenkanal »Welt«.
heute 14:57 Uhr | 4 mal gelesen
Die AfD sieht sich dabei nicht zum ersten Mal in juristische Auseinandersetzungen mit der Regierung verwickelt – da haben Partei-Insider längst Erfahrung gesammelt. Baumann betont, dass unter den Experten intern schon an Möglichkeiten gearbeitet wird: »Was sich machen lässt, machen wir.« Ihm zufolge ist es nicht nur eine rechtliche, sondern ebenso eine politische Auseinandersetzung mit der Regierung. Besonders scharf kritisiert Baumann die Art, wie die Regierung angeblich Steuergelder entgegen ihren Wahlversprechen einsetze – er spricht von einer »Skrupellosigkeit«, die er sonst eher in der Türkei oder bei Putin sehe.
Er stellt infrage, wie sehr das Vertrauen in Demokratie leide, wenn Wahlversprechen gebrochen werden: »Wenn es am Ende egal ist, was man auf dem Wahlzettel ankreuzt, dann braucht keiner von Demokratie reden.« Baumann hält eine Rücktrittsforderung an den Finanzminister Lars Klingbeil dagegen für wenig aussichtsreich und setzt stattdessen lieber darauf, die politischen Auseinandersetzungen auch vor den anstehenden Landtagswahlen zu führen. Zwischendurch merkt er an: Eine Woche ohne Rücktrittsforderung sei ohnehin selten.
Die AfD erwägt, eine Verfassungsklage gegen die Regierung einzureichen, weil sie behauptet, Milliarden für Infrastruktur würden entgegen den ursprünglichen Versprechen oder gesetzlichen Vorgaben genutzt. Baumann argumentiert, dies untergrabe das Vertrauen in demokratische Prozesse und vergleicht das Vorgehen der Ampel-Regierung mit Praktiken aus weniger demokratischen Staaten. Tatsächlich sind Klagen gegen den Haushalt kein neues Mittel der Opposition, doch in Anbetracht der zugespitzten Haushaltslage und vor dem Hintergrund der Inflation sowie wachsender Staatsverschuldung eskaliert die Debatte um die Verwendung öffentlicher Mittel aktuell besonders – innerhalb wie außerhalb des Bundestages. Nach aktuellen Berichten der Süddeutschen Zeitung droht der Bundesregierung eine neue Klagewelle oppositioneller Politiker wegen der Verschiebung von Milliarden im Haushalt, während im Bundestag wiederholt gefordert wird, die Schuldenbremse strikt einzuhalten (Quelle: https://www.sueddeutsche.de). Ein Artikel auf Spiegel.de beleuchtet zudem vertieft die politischen Folgen und die Kritik auch aus Teilen der Koalition, dass die „Sondervermögen“ zu einer Art Schattenhaushalt mutieren, der die Transparenz erschwert (Quelle: https://www.spiegel.de). Laut Zeit.de zeigt sich im Haushaltsstreit ein tiefer Riss innerhalb der Regierung und gegenüber der Opposition; Experten befürchten, dass das Bundesverfassungsgericht die Verschiebung der Milliarden noch in diesem Jahr auf die Agenda nimmt (Quelle: https://www.zeit.de).