Allianz-Chef mahnt Kapitalsäule für Krankenversicherung an

Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz, fordert deutlich mehr Kapitaldeckung im deutschen Gesundheitssystem – und stellt grundsätzliche Fragen an Eigenverantwortung und Reformbereitschaft.

heute 07:02 Uhr | 5 mal gelesen

Der aktuelle Zustand des Umlagesystems in der deutschen Krankenversicherung stößt bei Allianz-Chef Oliver Bäte auf massive Kritik. Im Gespräch mit dem 'Handelsblatt' äußerte er die Sorge, dass ohne eine kapitalgedeckte Ergänzung das System auf lange Sicht nicht überleben werde. 'Wir brauchen nicht bloß in der Rente, sondern ebenso in der Krankenversicherung eine finanzielle Vorsorge,' erklärt Bäte. Mittel dafür könnten über tiefgreifende Einsparungen, intelligentere Steuerung und strikterer Kampf gegen Verschwendung im Gesundheitssektor gewonnen werden. Ein gravierendes Problem sieht er bei zu vielen Krankenhausbetten sowie einer Flut an Operationen und Medikamenten, bei denen verzerrte Anreize gesetzt würden. Interessant – und durchaus umstritten – sind Bätes Forderungen nach mehr Eigenverantwortung: Wenn Bürger nicht regelmäßig zur Vorsorge gehen oder einen riskanten Lebensstil pflegen, hält er es für fragwürdig, ob das solidarisch abgefedert werden sollte. Die Kollektivhaftung für individuelles Fehlverhalten – darüber könne man tatsächlich hitzig diskutieren. Außerdem schneidet er sozialpolitische Themen an: Wer mit seinem Gehalt den Kanzler deutlich hinter sich lässt, brauche keinen besonderen Kündigungsschutz oder starre Arbeitszeiterfassung. Währenddessen, meint Bäte, fehle es in Deutschland an wirklichen Schutzmechanismen für die wirklich Schwachen, während man Spitzenverdiener teils über Gebühr pampert. Für ihn ist das eine wachsende Gefahr für gesellschaftlichen Zusammenhalt – eine tickende Zeitbombe. Wenn Bäte den Reformwillen der Politik auch grundsätzlich begrüßt, macht er dennoch klar: Es ist längst nicht alles getan. Deutschland habe bislang von bestem Wirtschaftsklima profitiert, doch diese Zeiten seien schlicht vorbei – die Feier ist vorüber, jetzt müssen grundlegende Herausforderungen mutiger angegangen werden.

Oliver Bäte, Chef der Allianz, stellt das bisherige Umlagesystem der gesetzlichen Krankenversicherung in Frage und fordert stattdessen eine zusätzliche kapitalgedeckte Säule, um es langfristig zu sichern. Bäte plädiert für mehr Effizienz, Eigenverantwortung der Versicherten und weniger staatlichen Schutz für ohnehin Privilegierte – ein kontroverser, aber im aktuellen demografischen und wirtschaftlichen Wandel durchaus nachvollziehbarer Vorstoß. Wie aktuelle Recherchen zeigen, diskutiert die Politik bereits über diverse Sparmaßnahmen, darunter die Reduktion medizinischer Überkapazitäten, strengere Prüfung von Abrechnungen sowie neue Ansätze für die Eigenbeteiligung von Versicherten. Bemerkenswert ist, dass Experten und Politiker den Ruf nach mehr Kapitaldeckung kontrovers bewerten: Während einige die entstehende Generationenlücke als enorme Gefahr anerkennen, warnen andere vor einer drohenden Zwei-Klassen-Medizin und Risiken für Geringverdiener. Die Allianz spielt als einer der größten Versicherer Europas in der Debatte eine gewichtige Rolle – ihre Vorschläge treffen auf Nachhall, aber lösen auch Widerspruch aus. Laut neuesten Medienberichten beschäftigen sich Bundesregierung und Verbände derzeit intensiv mit Wegen, wie das Gesundheitssystem trotz wirtschaftlicher Abschwächung und alternder Bevölkerung zukunftsfest gestaltet werden kann.

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